Dora – Russischer Kampfroboter?

Dora-Kanone1

Offenbar noch deutlich unter Einfluß der Neujahrsballereien hat mich dieses Ding doch beeindruckt. Angeblich soll es die Grenzen Rußlands bewachen. Wie sich aber schnell herausstellte, hat sich da jemand mit Photoshop einen recht guten Witz erlaubt…

Das hier ist nämlich das ursprüngliche Bild:

Dora-Kanone2

Es handelt sich dabei um die größte jemals gebaute Eisenbahnkanone. Zwei Stück wurden davon gebaut, Dora und Gustav, und zwar 1937 von Krupp für die Nazis. Die wollten damit französische Bunker knacken, was aber wegen der mangelnden Treffsicherheit nicht so richtig gelang. Erst 1942 kam sie auf der Krim zum Einsatz. Der Aufbau dauerte 6 Wochen, eine Granate wog 7 Tonnen und das Nachladen nahm ganze 45 Minuten in Anspruch.

Eigentlich also völlig unbrauchbar, aber Eindruck machend und angeblich die Moral der Truppe stärkend. Ausserdem versuchte man wohl an den Erfolg der Dicken Bertha aus dem Ersten Weltkrieg anzuknüpfen. Zwei kurze Videos davon konnte ich finden. Beim ersten ein kurzer Schwenk, der gut die Größenverhältnisse zeigt, und beim zweiten sieht man das Bestücken und den Abschuß.

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  • Dora/Gustav Eisenbahnkanone – Präsentation

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  • Dora/Gustav Eisenbahnkanone – Laden & Feuern

Direktlink

via: [Neatorama]

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Kategorie VIDEOS anzeigen Kategorie ROBOTER anzeigen Vintage Photos

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11 Kommentare »

  1. joppi said

    Meine Fresse… mein Großvater hat genauso eine in seinem Schreberkarten postiert. dem kommt keiner mehr frech

  2. rollmops said

    Holla, is aber ’n großer Schrebergarten! ;)
    Mein Garten beschränkt sich leider nur auf Blumentopfgröße, aber da paßt immerhin noch ein Ladycracker dazu ;)

  3. dora muss mal was klarstellen! said

    Bei der 80cm Kanone (E) handelte es sich um das größte jemals gebaute Geschütz. Das 32.480 mm lange Rohr mit einem Gewicht von allein 400.000 kg war beim Feuern auf ein 40-achsiges Fahrgestell montiert. Das Gesamtgewicht belief sich auf 1.350.000 kg! Zum Feuern wurden zwei nebeneinander liegende Gleise benötigt. Gerichtet wurde die Kanone, indem man sie mit zwei Dieselloks in einer Kurve hin- und herschob. Verschossen wurden 7.100 kg schwere Panzergranaten, die eine maximale Schussweite von 37.000 m besaßen. Außerdem gab es noch eine 4.800 kg schwere Sprenggranate, die bei einer V0 von 820 m/s eine Schussweite von 48.000 m erreichte.

    Der Einsatz des Geschützes

    .. erforderte eine mehr als 4.000 Mann starke Mannschaft, die unter dem Kommando von Oberst R. Böhm stand. Zur Artillerie-Abteilung (E) 672 gehörten neben den Stabseinheiten, ein verstärkter Aufklärungszug, ein Artilleriebeobachterzug mit IR-Ausrüstung sowie die eigentliche 500-köpfige Bedienungsmannschaft. Darüber hinaus waren dem Dora-Verband u.a. Eisenbahnpioniere, Flak-Einheiten, eine verstärkte Nebenwerfer-Einheit, zwei rumänische Sicherungskompanien und eine Feldgendarmerie-Einheit unterstellt.

    Bevor das Dora-Gerät jedoch 1942 bei der Belagerung Sewastopols das erste und einzige Mal zum Einsatz kommen konnte, mussten die Mannschaften und Geräte in fünf Züge mit 99 Wagen zum Einsatzort transportiert werden. Dazu kamen drei bis vier weitere Bauzüge mit Eisenbahnpionieren, die auch zwei 110 Tonnen Aufbaukräne mitführten. Mit einer Vorlaufzeit von drei bis sechs Wochen und unter Beteiligung von zusätzlichen 1.500 örtlichen Hilfskräften errichteten die Einsenbahnpioniere die 2.000m lange kurvenförmigen Feuerstellung.

    Die dreigleisige Aufbaustrecke war ungefähr 900 m lang. Hierbei dienten zwei Gleise als Montageplatz während auf dem dritten Gleis die Materialzüge eingefahren wurden. Von diesem Montageplatz führte dann die circa einen Kilometer lange zweigleisige Schießkurve hinaus.

    Die Montage das Geschützes

    … ging vergleichsweise schnell vor sich. Es dauerte nur 54 Stunden. Zuerst wurden auf großen Holzplattformen vier handbetriebene Kräne aufgestellt, mit denen dann die elektrisch betriebenen 110 Tonnen Aufbaukräne aufgebaut wurden. Diese Portalkräne überspannten die drei Gleise der Montagestrecke und liefen selbst auf eigenen Schienen. So konnten die Einzelteile per Zug auf dem dritten Gleis angefahren werden, um dann von den beiden Kränen zum Montageplatz gehoben zu werden. Von den 54 Stunden nahm allein die Rohrmontage 16 Stunden in Anspruch. Nachdem die Lafette montiert war, wurde die Rohrwiege mit dem Schildzapfenlager eingesetzt. Danach wurde das Seelenrohr von hinten in das Mantelrohr eingefahren. Nun wurden die Plattformen, Laufstege, Leitern, die beiden Munitionsaufzüge und das restliche Zubehör angebracht. Der Aufbau war damit abgeschlossen.

    Während des Einsatzes vor Sewastopol gab die Dora-Kanone insgesamt 48 Schuss. Die Durchschlagskraft des gewaltigen 80 cm Kalibers ermöglichte dabei selbst die Zerstörung eines Munitionslager das 30 m tief im gewachsenen Fels lag. Außerdem wurden mit ihr Panzerforts, wie etwa die Festung „Maxim Gorki“ beschossen. Vor jedem der 48 Schüsse musste die Kanone eingerichtet werden.

    Das Seitenrichten des Geschützes

    … geschah über die Schießkurve. Dazu wurde das Geschütz von zwei synchron gesteuerten 940 PS Dieselloks verschoben. Das Feinrichten wurde mittels Elektromotoren an den Hinterachsen der Drehgestelle vorgenommen. Zwischen den Schienensträngen waren Auflage- und Stützkörper verlegt, die nicht nur zur Stabilisierung der Gleise dienten, sondern auf die auch hydraulische Stützen aufgesetzt wurden. Diese dienten dazu beim Schießen die Achsen der Fahrgestelle zu entlasten. Sowohl für die Munition als auch für die Treibladung, bestehend aus Hülsen- und Beutelkartusche, war ein extra Aufzug am Heck des Schießgerüstes angebracht. Am Anfang wurde das Geschoss mit einem der Aufbaukräne vom Munitionswagen auf eine Munitionstransportkarre gehoben. Diese fuhr dann auf die Plattform des Munitionsaufzuges. Dieser hob die Karre auf die Ladebühne, wo das Geschoss auf den Ladetisch umgeladen wurde. Von dort aus wurde es mit einem hydraulischen Ansetzer ins Rohr gebracht.

    Zur Erhöhung der Reichweite

    … der 80 cm Kanone waren einige weitere Munitionstypen geplant. Beispielsweise ein zwei Tonnen schweres Treibspiegelraketengeschoß oder ein Peenemünder-Pfeilgeschoß mit 150 km Reichweite für ein auf 84 m verlängertes glattes Rohr. Dies sollte vor allem den Beschuss Englands ermöglichen. Das dritte nicht mehr fertiggestellte Geschütz „Langer Gustav“ sollte sogar von vornherein eine 43 m lange Kanone mit einem 52 cm Kaliber erhalten. Für diese Kanone war eine Treibspiegelraketengeschoß von 680 kg mit 190 km Reichweite vorgesehen. Darüber hinaus gab es noch Planungen für ein viertes Geschütz mit glattem Rohr, das den Kosenamen „Schwerer langer Gustav“ hatte. Das dritte nicht mehr fertiggestellte Geschütz wurde durch Bombenangriffe vernichtet, während die beiden anderen 1945 in Kummersdorf befehlsgemäß von deutschen Sprengkommandos zerstört wurden.

  4. yggdrasil said

    Ich finde es richtig schade, dass das erste bild gefälscht ist. Richtig schade ist das!

  5. arceus said

    ich bin mir volkommen einig mit yggdrasil

  6. rollmops said

    Is ja gut jetzt, lieber Liechtensteiner.

  7. tobi said

    pervers! einfach pervers!

    krieg is so pervers!

  8. maxi said

    Ja mit der Dora konnte man briefkasten sprengen (-; Aber mal erhrlich so`n geschütz wär mal fett Nur das erste siet`n bisschen behämmert aus

  9. Anonymous said

    Dieses Geschütz konnte eigentlich nicht in grossen schlachten eigesetzt werden,da es sich auf das schienennetz beschrängte. Irgenwie irrsinnig !

  10. Anonym said

    @ Person über mir:

    Die dinger errecihten Reichweiten von bis zu 50km, so nah mussten die nicht zum Kampfeld sein^^

  11. Angy said

    Dora wurde nicht wie oben beschrieben in Kummersdorf gesprengt sondern in Auerswalde/Sachsen!Wobei aber nur der Verschluss und die Halle in der sie stand beschädigt wurde!Was übrig geblieben war, wurde von den Russen untersucht und dann verlor sich die Spur dieses Geschützes!

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