Little Brother – Kapitel 7

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Cory DoctorowLittle Brother
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Dieses Kapitel ist Books of Wonder in New York City gewidmet, der ältesten und größten Kinderbuchhandlung in Manhattan. Sie liegt nur ein paar Blöcke entfernt vom Büro von Tor Books im Flatiron Building, und jedes Mal, wenn ich dort bin, um mich mit den Leuten von Tor zu treffen, nehme ich mir die Zeit, bei Books of Wonder durch die neuen, gebrauchten und die seltenen Kinderbücher zu stöbern.

Ich bin leidenschaftlicher Sammler von Alice-im-Wunderland-Raritäten, und bei Books of Wonder finde ich garantiert immer eine aufregende, wunderschöne limitierte Alice-Ausgabe. Es gibt dort massig Veranstaltungen für Kinder, und die Atmosphäre ist so einladend, wie man sie selbst in einer Buchhandlung selten findet.

Books of Wonder:
http://www.booksofwonder.com/
18 West 18th St, New York, NY 1001 1 USA +1 212 989 3270

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Sie brachten mich raus und um die nächste Ecke zu einem ungekennzeichneten Polizeiwagen, der dort wartete.

Nicht dass irgendjemand in dieser Gegend Schwierigkeiten gehabt hätte, den Wagen als Bullenschleuder zu identifizieren. Nur die Polizei fährt heute noch riesige Crown Victorias, seit der Sprit bei sieben Dollar die Gallone liegt. Und außerdem konnten nur Bullen mitten auf Van Ness Street in der zweiten Reihe parken, ohne den Horden lauernder Abschleppunternehmen zum Opfer zu fallen, die hier ununterbrochen rumfuhren, allzeit bereit, San Franciscos unverständliche Parkregelungen umzusetzen und fürs Kidnappen deines Autos Lösegeld zu fordern.

Popel schneuzte. Ich saß auf der Rückbank, er auch. Sein Partner saß vorn und tippte mit einem Finger auf einem antiken, stoßfest ausgestatteten Laptop, der aussah, als ob er mal Fred Feuerstein gehört hatte.

Popel sah sich meinen Ausweis noch mal genau an. „Wir möchten dir lediglich ein paar Routinefragen stellen.“

„Kann ich mal Ihre Marken sehen?“, fragte ich. Die Typen waren eindeutig Bullen, aber es konnte nichts schaden, ihnen zu zeigen, dass ich meine Rechte kannte.

Popel hielt mir seine Marke so kurz hin, dass ich sie nicht genau sehen konnte, aber Pickel auf dem Fahrersitz ließ mich länger auf seine schauen. Ich las die Nummer ihrer Abteilung und merkte mir seine vierstellige Markennummer. Das war leicht: 1337 ist, wie Hacker „leet“, also „Elite“, schreiben.

Sie waren beide sehr höflich, und keiner von ihnen versuchte mich so einzuschüchtern, wie das DHS es getan hatte, als ich in deren „Obhut“ war.

„Bin ich verhaftet?“

„Du wirst vorübergehend festgehalten, damit wir deine Sicherheit und die allgemeine öffentliche Sicherheit gewährleisten können“, sagte Popel.

Er reichte meinen Führerschein an Pickel weiter, der ihn langsam in den Computer tippte. Ich sah ihn einen Tippfehler machen und hätte ihn fast korrigiert, aber ich dachte mir, es sei vielleicht klüger, einfach den Mund zu halten.

„Gibt es irgendwas, das du mir erzählen möchtest, Marcus? Nennen sie dich Marc?“

„Marcus ist schon recht“, sagte ich. Popel sah aus, als könne er ein netter Kerl sein. Mal abgesehen davon, dass er mich in seinen Wagen verschleppt hatte, natürlich.

„Marcus. Irgendwas, das du mir erzählen möchtest?“

„Was denn? Bin ich verhaftet?“

„Im Moment bist du nicht verhaftet“, sagte Popel. „Wärst du gern?“

„Nö“, sagte ich.

„Gut. Wir haben dich beobachtet, seit du aus der BART kommst. Dein Fast Pass sagt, dass zu zu den merkwürdigsten Zeiten zu den merkwürdigsten Orten gefahren bist.“

Mir fiel ein Stein vom Herzen. Es ging also gar nicht ums Xnet, nicht wirklich. Die hatten bloß meine U-Bahn-Nutzung überprüft und wollten nun wissen, warum sie in letzter Zeit so merkwürdig war. Völlig bescheuert.

„Also folgen Sie jedem, der mit einem merkwürdigen Nutzungsprofil aus der BART kommt? Na, da haben Sie gut zutun.“

„Nicht jedem, Marcus. Wir erhalten eine Warnung, wenn jemand mit einem ungewöhnlichen Fahrprofil rauskommt, und das hilft uns einzuschätzen, ob wir eine Ermittlung starten sollten. In deinem Fall kamen wir, weil wir wissen wollten, wie jemand wie du, der einen so vernünftigen Eindruck macht, zu so einem merkwürdigen Fahrprofil kommt.“

Da ich jetzt wusste, dass ich nicht in den Knast kam, wurde ich langsam sauer. Was hatten diese Typen hinter mir herzuschnüffeln? Und was hatte die BART ihnen dabei zu helfen? Warum zum Teufel musste meine U-Bahn-Fahrkarte mich wegen eines „ungewöhnlichen Fahrmusters“ anpissen?

„Ich glaube, ich möchte jetzt verhaftet werden“, sagte ich.

Popel lehnte sich zurück und hob eine Augenbraue.

„Soso? Unter welchem Verdacht?“

„Ach, ungewöhnliches U-Bahn-Fahren ist gar kein Verbrechen?“

Pickel schloss die Augen und rieb sie mit seinen Daumen.

Popel seufzte einen aufgesetzten Seufzer. „Hör mal, Marcus, wir sind auf deiner Seite. Wir verwenden dieses System, um die Bösen zu fangen. Terroristen und Drogenhändler. Vielleicht bist du ja ein Drogenhändler. Ziemlich gute Art und Weise, sich durch die Stadt zu bewegen, so ein Fast Pass. Anonym.“

„Was ist denn so falsch an anonym? Für Thomas Jefferson wars gut genug. Bin ich jetzt übrigens verhaftet?“

„Bringen wir ihn heim“, sagte Pickel. „Wir können mit seinen Eltern sprechen.“

„Na, das ist doch mal ne dufte Idee“, sagte ich. „Ich bin sicher, meine Eltern findens interessant zu erfahren, wo ihre Steuerdollars bleiben …“

Ich hatte mein Blatt überreizt. Popel hatte schon die Hand am Türgriff gehabt, aber jetzt stürzte er sich auf mich wie ein Berserker. „Warum hältst du nicht einfach die Schnauze, solange du noch darfst? Nach allem, was in den letzten zwei Wochen passiert ist, würde es dir nicht schaden, mit uns zu kooperieren. Weißt du was, vielleicht sollten wir dich wirklich verhaften. Dann kannst du einen Tag oder zwei im Knast sitzen, während dein Anwalt nach dir sucht. Und in der Zeit kann eine Menge passieren. Eine Menge. Wie wäre das?“

Ich sagte gar nichts. Ich war albern und wütend gewesen. Jetzt hatte ich nur noch Schiss.

„Tut mir Leid“, sagte ich dann und hasste mich gleich wieder dafür.

Popel setzte sich nach vorn und Pickel setzte den Wagen in Gang. Wir fuhren die 24. Straße rauf und über Potrero Hill. Sie kannten meine Adresse von meinem Ausweis.

Mom kam an die Tür, als sie klingelten, und ließ die Kette noch eingehängt. Sie schaute durch den Spalt, sah mich und fragte: „Marcus? Wer sind diese Leute?“

„Polizei“, sagte Popel. Er zeigte ihr seine Marke und gewährte ihr einen ausgiebigen Blick – nicht bloß so husch-husch, wie ers mit mir gemacht hatte. „Können wir reinkommen?“

Mom schloss die Tür, um die Kette zu entriegeln, und ließ sie dann rein. Sie brachten mich in die Wohnung, und Mom betrachtete uns alle mit einem ihrer typischen Blicke.

„Was hat das zu bedeuten?“

Popel zeigte auf mich. „Wir wollten ihrem Sohn ein paar Routinefragen über sein Bewegungsverhalten stellen, aber er hat sich geweigert, sie zu beantworten. Deshalb dachten wir, es sei am besten, ihn hierher zu bringen.“

„Ist er verhaftet?“ Moms Akzent schlug heftig durch. Gute alte Mom.

„Sind Sie eine Bürgerin der Vereinigten Staaten?“, fragte Pickel.

Sie würdigte ihn eines Blicks, der Lack zum Abplatzen gebracht hätte. „Na klar, und wie“, sagte sie dann in breitestem Südstaaten-Akzent. „Bin ich verhaftet?“

Die beiden Bullen tauschten Blicke.

Pickel ging in die Offensive. „Das scheint ein bisschen unglücklich gelaufen zu sein. Ihr Sohn ist uns aufgefallen als jemand mit einem ungewöhnlichen Bewegungsprofil in öffentlichen Verkehrsmitteln. Das ist Teil eines neuen proaktiven Strafverfolgungsprogramms. Wenn wir Leute finden, die ungewöhnliche Fahrtmuster zeigen oder die auf ein verdächtiges Profil passen, dann ermitteln wir weiter.“

„Moment“, sagte Mom. „Woher wissen Sie denn, wie mein Sohn die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt?“

„Durch den Fast Pass“, sagte er. „Der zeichnet die Fahrten auf.“

„Ach so“, sagte Mom und verschränkte die Arme. Das war ein ganz schlechtes Zeichen. Schlimm genug, dass sie ihnen keine Tasse Tee angeboten hatte – in Mom-Land war das ungefähr dasselbe, als hätte sie sich mit ihnen durch den Briefkastenschlitz unterhalten -, aber sobald sie die Arme verschränkte, war klar, dass die beiden nicht ungeschoren hier rauskommen würden. In diesem Moment hätte ich losgehen mögen, um ihr einen riesigen Blumenstrauß zu kaufen.

„Marcus hier hat es abgelehnt, uns zu erklären, wie sein Fahrtenprofil zustande gekommen ist.“

„Sie sagen also, sie halten meinen Sohn wegen seiner Art, Bus zu fahren, für einen Terroristen?“

„Terroristen sind nicht die einzigen Verbrecher, die wir auf diese Weise fangen“, sagte Pickel. „Drogenhändler. Gang-Kids. Oder auch Ladendiebe, die clever genug sind, sich für jeden Beutezug ein anderes Revier zu suchen.“

„Sie denken also, mein Sohn sei ein Drogenhändler?“

„Wir sagen nicht, dass -„, fing Pickel an.

Mit einem Händeklatschen brachte Mom ihn zum Schweigen.

„Marcus, gib mir bitte mal deinen Rucksack.“

Das tat ich.

Mom zippte ihn auf und schaute ihn durch, zunächst mit dem Rücken zu uns.

„Meine Herren, ich kann Ihnen nun versichern, dass sich in der Tasche meines Sohnes weder Drogen noch Sprengstoffe oder gestohlene Waren befinden. Ich denke, damit wäre das erledigt. Bevor Sie gehen, darf ich noch um Ihre Personalnummern bitten.“

Popel lachte höhnisch. „Gute Frau, die ACLU hat gerade Klagen gegen dreihundert Polizisten der Stadt laufen; da werden Sie sich hinten anstellen müssen.“

Mom machte mir einen Tee und schimpfte dann mit mir, weil ich schon gegessen hatte, obwohl ich wusste, dass sie Falafel gemacht hatte. Dad kam heim, während wir noch am Tisch saßen, und Mom und ich erzählten ihm abwechselnd die Geschichte. Er schüttelte den Kopf.

„Lillian, die haben doch nur ihren Job gemacht.“ Er trug immer noch den blauen Blazer und die Khakis, die er an den Tagen trug, an denen er als Berater im Silicon Valley war. „Die Welt ist nicht mehr dieselbe wie noch vor einer Woche.“

„Mom setzte ihren Teebecher ab. „Drew, werd nicht albern. Dein Sohn ist kein Terrorist. Seine Fahrten im Nahverkehr können kein Grund für polizeiliche Ermittlungen sein.“

Dad zog seinen Blazer aus. „In meinem Job machen wir das ständig. So kann man Computer dazu einsetzen, alle Arten von Fehlern und Unregelmäßigkeiten zu entdecken. Du sagst dem Computer, er soll ein Profil eines durchschnittlichen Datenbankeintrags erstellen und dann rausfinden, welche Einträge in der Datenbank am stärksten vom Durchschnitt abweichen. Das gehört zur Bayesschen Statistik, und das gibt’s schon seit Jahrhunderten. Ohne so was hätten wir keine Spamfilter -“

„Soll das heißen, die Polizei sollte genauso schlecht arbeiten wie mein Spamfilter?“, fragte ich.

Dad wurde nie wütend, wenn ich mit ihm diskutierte, aber ich konnte sehen, dass er heute sehr kurz davor war. Trotzdem konnte ichs mir nicht verkneifen. Mein Vater stellte sich auf die Seite der Polizei!

„Ich sage nur, es ist völlig vernünftig, dass die Polizei ihre Untersuchungen damit anfängt, Daten durchzugrasen, und erst dann mit der Lauferei anfängt, wenn sie Abnormalitäten haben, um herauszufinden, wo die herkommen. Ich denke nicht, dass ein Computer der Polizei vorgeben sollte, wen sie verhaften soll, aber er kann ihnen dabei helfen, den Heuhaufen nach der Nadel zu durchflöhen.“

„Aber indem sie all diese Daten aus dem Verkehrssystem abgreifen, erzeugen sie doch überhaupt erst den Heuhaufen“, sagte ich. „Das ist ein monströser Datenberg, und es ist aus Polizeisicht fast nichts drin, was eine Untersuchung lohnt. Das ist die totale Verschwendung.“

„Ich versteh ja, dass du das System nicht magst, weil es dir Unbequemlichkeiten verursacht hat, Marcus. Aber du zuallererst solltest den Ernst der Lage begreifen. Und es ist dir doch nichts passiert, oder doch? Sie haben dich doch sogar nach Hause gefahren.“

Sie haben gedroht, mich in den Knast zu stecken, dachte ich, aber mir war klar, dass es keinen Zweck hatte, das auszusprechen.

„Und übrigens hast du uns immer noch nicht erklärt, wo zum Teufel du eigentlich warst, um ein so ungewöhnliches Bewegungsmuster zu erzeugen.“

Das hatte mir grade noch gefehlt.

„Ich dachte, ihr hättet Vertrauen in mich und wolltet mir nicht hinterherschnüffeln.“ Das hatte er oft genug gesagt.

„Willst du wirklich, dass ich dir für jede einzelne Bahnfahrt meines Lebens Rechenschaft ablege?“

Sobald ich in mein Zimmer kam, stöpselte ich die Xbox ein. Ich hatte den Projektor an der Decke befestigt, um das Bild an die Wand über meinem Bett werfen zu können (dafür hatte ich meinen prächtigen Wandschmuck aus Punkrock-Handzetteln abnehmen müssen, die ich von Telefonmasten abgepult und auf große Blätter weißen Papiers geklebt hatte).

Ich schaltete die Xbox ein und sah ihr beim Hochfahren zu. Zuerst wollte ich Van und Jolu anmailen, um ihnen von meinem Ärger mit den Bullen zu berichten, aber als ich die Finger schon auf der Tastatur hatte, hielt ich inne.

Da war plötzlich so ein merkwürdiges Gefühl, ganz ähnlich wie das, als ich merkte, dass sie meinen guten alten Salmagundi in einen Verräter verwandelt hatten. Diesmal war es das Gefühl, dass mein geliebtes Xnet die Koordinaten jedes einzelnen seiner Nutzer ans DHS übertragen könnte.

Was hatte mein Vater gleich gesagt? „Du sagst dem Computer, er soll ein Profil eines durchschnittlichen Datenbankeintrags erstellen und dann rausfinden, welche Einträge in der Datenbank am stärksten vom Durchschnitt abweichen.“

Das Xnet war sicher, weil seine Benutzer nicht direkt mit dem Internet verbunden waren. Sie hüpften von Xbox zu Xbox, bis sie eine fanden, die mit dem Internet verbunden war, und dann speisten sie ihr Material als unentzifferbare, verschlüsselte Daten ein. Niemand konnte unterscheiden, welche Internet-Datenpakete zum Xnet gehörten und welche ganz normale Bank-, Shopping- oder andere verschlüsselte Kommunikation war. Es war niemandem möglich, herauszufinden, wer das Xnet geknüpft hatte, geschweige denn, wer es benutzte.

Aber was war mit Dads „Bayesscher Statistik“? Mit Bayesscher Mathematik hatte ich schon mal rumgespielt. Darryl und ich hatten mal versucht, unseren eigenen, besseren Spamfilter zu schreiben, und wenn man Spam filtern will, braucht man Bayessche Mathe. Thomas Bayes war ein britischer Mathematiker des 18. Jahrhunderts, an den nach seinem Tod erst mal niemand mehr dachte, bis Computerwissenschaftler hundert Jahre später entdeckten, dass seine Methode, große Datenmengen statistisch zu analysieren, für die Informations-Gebirge der modernen Welt unglaublich nützlich sein könnten.

Ganz kurz was darüber, wie Bayessche Statistik funktioniert. Mal angenommen, du hast hier einen Haufen Spam. Dann nimmst du jedes Wort in jeder Mail und zählst, wie oft es vorkommt. Das nennt man ein „Wortfrequenz-Histogramm“, und es verrät dir die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine beliebige Ansammlung von Wörtern Spam ist. Dann nimmst du eine Tonne Mails, die kein Spam sind (Experten nennen das „Ham“), und machst mit denen das gleiche.

Jetzt wartest du auf eine neue E-Mail und zählst die Wörter, die darin vorkommen. Dann benutzt du das Wortfrequenz-Histogramm in der fraglichen Nachricht, um die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, dass sie auf den „Spam“- oder auf den „Ham“-Stapel gehört. Wenn sich herausstellt, dass sie tatsächlich Spam ist, passt du das „Spam“-Histogramm entsprechend an. Es gibt massenhaft Möglichkeiten, diese Technik noch zu verfeinern – Worte paarweise betrachten, alte Daten wieder löschen -, aber im Prinzip funktionierts so. Es ist eine von diesen einfachen, großartigen Ideen, die völlig offensichtlich zu sein scheinen, sobald man das erste Mal davon hört.

Es gibt dafür ne Menge Anwendungen – man kann einen Computer anweisen, die Linien in einem Foto zu zählen und herauszufinden, ob es eher ein „Hunde“-Linienfrequenz-Histogramm ergibt oder eher ein „Katzen“-Histogramm. Man kann damit Pornografie, Bankbetrügereien oder Flamewars erkennen. Gute Sache.

Zugleich wars eine schlechte Nachricht für das Xnet. Mal angenommen, du hast das gesamte Internet angezapft – und das DHS hat das natürlich. Dann kannst du zwar, Krypto sei Dank, nicht durch bloßes Anschauen von Daten rausfinden, wer Xnet-Daten versendet.

Aber was du rausfinden kannst, ist, wer viel, viel mehr verschlüsselten Datenverkehr erzeugt als alle anderen. Bei einem normalen Internet-Benutzer kommen in einer Online-Session vielleicht 95 Prozent Klartext und 5 Prozent Chiffretext zusammen. Wenn nun jemand zu 95 Prozent Chiffretext versendet, dann könnte man ja computererfahrene Kollegen von Popel und Pickel hinschicken, um nachzufragen, ob er vielleicht ein terroristischer drogendealender Xnet-Benutzer ist.

In China passiert genau das permanent. Irgendein cleverer Dissident kommt auf die Idee, die Große Chinesische Firewall, die die gesamte Internetanbindung des Landes zensiert, zu umgehen, indem er eine verschlüsselte Verbindung zu einem Computer in einem anderen Land herstellt.

Dann kann die Partei zwar nicht herausfinden, was er überträgt – vielleicht Pornos, vielleicht Bombenbauanleitungen, schmutzige Briefe von seiner Freundin auf den Philippinen, politische Materialien oder gute Nachrichten über Scientology. Aber was es ist, müssen sie auch nicht wissen. Es genügt, wenn sie wissen, dass dieser Typ viel mehr verschlüsselten Datenverkehr hat als seine Nachbarn. Und dann schicken sie ihn in ein Zwangsarbeitslager, bloß um ein Exempel zu statuieren, damit jeder sehen kann, was mit Klugscheißern passiert.

Für den Moment hätte ich wetten mögen, dass das DHS das Xnet noch nicht auf dem Radar hatte, aber das würde nicht ewig so bleiben. Und nach diesem Abend war ich mir nicht mehr sicher, ob ich wirklich noch besser dran war als ein chinesischer Dissident. Ich setzte alle Leute, die sich am Xnet anmeldeten, enormen Risiken aus. Vor dem Gesetz war es gleichgültig, ob du tatsächlich irgendwas Schlimmes tatest; sie würden dich schon unters Mikroskop legen, bloß weil du statistisch gesehen unnormal warst. Und ich konnte das Ganze nicht mal mehr stoppen – jetzt lief das Xnet, und es hatte ein Eigenleben entwickelt.

Ich musste die Sache irgendwie anders gradebiegen.

Wenn ich nur mit Jolu drüber reden könnte. Er arbeitete bei einem Internetanbieter namens Pigspleen Net, seit er zwölf Jahre alt war, und er wusste viel mehr übers Internet als ich. Wenn irgendjemand eine Ahnung hatte, wie wir unsern Hintern aus dem Knast draußenhalten konnten, dann er.

Zum Glück waren Van, Jolu und ich für den folgenden Abend nach der Schule zum Kaffee in unserem Lieblingsplatz in der Mission verabredet. Offiziell wars unser wöchentliches Harajuku-Fun-Madness-Teamtreffen, aber seit das Spiel abgebrochen und Darryl verschwunden war, wars hauptsächlich wöchentliches gemeinsames Flennen, ergänzt um rund ein halbes Dutzend Telefonate und Textnachrichten im Stil von „Bist du okay? Ist das wirklich passiert?“ Es würde gut tun, mal über was anderes sprechen zu können.

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„Du spinnst ja komplett“, sagte Vanessa. „Bist du jetzt endgültig total übergeschnappt?“ Sie war in ihrer Mädchenschul-Uniform gekommen, weil sie auf dem langen Weg nach Hause, ganz bis runter zur San Mateo Bridge und wieder rauf in die Stadt, mit dem Zubringerbus, den die Schule betrieb, im Verkehr steckengeblieben war. Sie hasste es, in der Öffentlichkeit in ihrer Schuluniform gesehen zu werden, weil die total Sailor Moon war: ein Faltenrock, Tunika und Kniestrümpfe. Sie war schon schlecht gelaunt, seit sie ins Café gekommen war, das voll war mit älteren, cooleren, zotteligen Emo-Kunststudenten, die in ihre Lattes grinsten, als sie zur Tür reinkam.

„Was denkst denn du, was ich machen sollte, Van?“, fragte ich. Ich fing selbst langsam an, ärgerlich zu werden. In der Schule wars unerträglich, seit das Spiel nicht mehr lief und seit Darryl nicht mehr da war. Den ganzen Tag lang hatte ich mich im Unterricht damit getröstet, dass ich mein Team sehen würde oder besser gesagt das, was davon übrig war. Und jetzt hatten wir uns in der Wolle.

„Ich will, dass du aufhörst, solche Risiken einzugehen, M1k3y.“ Meine Nackenhaare stellten sich auf. Okay, wir verwendeten bei Team-Treffen immer unsere Team-Nicks, aber jetzt, da mein Nick auch mit meinem Xnet-Profil zusammenhing, machte es mir Angst, ihn laut in der Öffentlichkeit zu hören.

„Sag den Namen nicht noch mal in der Öffentlichkeit“, platzte ich heraus.

Van schüttelte den Kopf. „Genau das ist es, worüber ich rede. Du könntest dich im Knast wiederfinden, Marcus, und nicht bloß du. Eine Menge Leute. Nach dem, was mit Darryl passiert ist…“

„Ich tu das doch für Darryl!“ Ein paar Kunststudenten drehten sich nach uns um, und ich dämpfte die Stimme wieder. „Ich mach das, weil die Alternative wäre, sie mit all dem ungeschoren davonkommen zu lassen.“

„Und du glaubst, du kannst sie aufhalten? Du bist wirklich übergeschnappt. Die sind die Regierung.“

„Aber es ist immer noch unser Land“, entgegnete ich. „Und wir haben immer noch das Recht, das zu tun.“

Van sah aus, als würde sie gleich losheulen. Sie atmete ein paar Mal tief durch und stand dann auf. „Ich kann das nicht, sorry. Ich kann dir nicht dabei zuschauen. Das ist ja wie ein Autounfall in Zeitlupe. Du bist auf dem besten Weg, dich zugrunde zu richten, und ich liebe dich viel zu sehr, als dass ich dir dabei zuschauen könnte.“

Sie neigte sich runter, umarmte mich heftig und gab mir einen harten Kuss auf die Wange, der noch meinen Mundwinkel erwischte. „Pass auf dich auf, Marcus“, sagte sie. Mein Mund brannte dort, wo sie ihre Lippen draufgepresst hatte. Für Jolu hatte sie dieselbe Behandlung parat, allerdings glatt auf die Wange. Dann ging sie.

Als sie weg war, starrten Jolu und ich einander an.

Ich verbarg mein Gesicht in den Händen. „Verdammt“, sagte ich schließlich.

Jolu klopfte mir auf den Rücken und bestellte dann einen neuen Latte für mich. „Wird schon wieder“, sagte er.

„Ich hätte gedacht, dass Van es versteht; gerade sie.“ Die Hälfte von Vans Familie lebte in Nordkorea. Ihre Eltern hatten nie vergessen, dass all diese Verwandten unter der Herrschaft eines wahnsinnigen Diktators lebten und keine Chance hatten, nach Amerika zu entkommen, wie es ihnen selbst, Vans Eltern, gelungen war.

Jolu zuckte die Achseln. „Vielleicht ist sie ja deshalb so ausgerastet. Weil sie genau weiß, wie gefährlich das werden kann.“

Ich wusste, was er meinte. Zwei von Vans Onkeln waren ins Gefängnis gebracht worden und nie wieder aufgetaucht.

„Ja“, sagte ich.

„Und wieso warst du letzte Nacht nicht im Xnet?“ Ich war dankbar für die Ablenkung. So erklärte ich ihm alles, das Bayes-Zeug und meine Angst, wir könnten das Xnet nicht mehr weiter nutzen wie bisher, ohne erwischt zu werden. Er hörte aufmerksam zu.

„Ich versteh, was du meinst. Das Problem ist, dass jemand, der zu viel Krypto in seinen Internet-Verbindungen hat, als ungewöhnlich auffällt. Aber wenn du nicht verschlüsselst, dann machst dus den bösen Jungs leichter, dich abzuhören.“

„Genau“, sagte ich. „Ich versuch schon den ganzen Tag, mir da was auszudenken. Vielleicht könnten wir die Verbindungen abbremsen, über mehr Benutzerkonten verteilen …“

„Klappt nicht“, sagte er. „Um sie langsam genug zu machen, dass sie im Hintergrundrauschen verschwinden, müsstest du das Netzwerk de facto dicht machen, und das wollen wir ja nicht.“

„Du hast Recht“, sagte ich. „Aber was können wir sonst machen?“

„Wie wäre es, wenn wir die Definition von ,normal‘ ändern?“

Und genau deshalb war Jolu schon mit zwölf bei Pigspleen angestellt worden. Gib ihm ein Problem mit zwei schlechten Lösungen, und er denkt sich eine komplett neue dritte Lösung aus, die damit anfängt, dass er alle Grundannahmen übern Haufen wirft.

Ich nickte begeistert. „Na los, sag schon.“

„Wenn jetzt der durchschnittliche Internetnutzer in San Francisco an einem durchschnittlichen Tag im Internet eine Menge mehr Krypto anhäuft? Wenn wir die Verteilung so hinbiegen können, dass Klartext und Chiffretext bei etwa fifty-fifty liegen, dann sehen die Leute, die das Xnet versorgen, plötzlich wieder normal aus.“

„Aber wie kriegen wir das hin? Den Leuten ist ihre Privatsphäre doch viel zu egal, als dass sie plötzlich mit verschlüsselten Links surfen. Die begreifen doch nicht, warum es nicht egal ist, wenn jemand mitlesen kann, was sie so alles googeln.“

„Schon, aber Webseiten sind nur kleine Datenpakete. Wenn wir die Leute jetzt dazu bringen, jeden Tag routinemäßig ein paar riesige verschlüsselte Files runterzuladen, dann würde das genauso viel Chiffretext erzeugen wie Tausende von Webseiten.“

„Du redest übers indienet“, sagte ich.

„Volltreffer“, sagte er.

Das indienet – komplett kleingeschrieben – war es, was Pigspleen Net zu einem der erfolgreichsten unabhängigen Provider der Welt gemacht hatte. Damals, als die großen Label angefangen hatten, ihre Fans fürs Herunterladen ihrer Musik zu verklagen, waren etliche der unabhängigen Label und ihre Künstler entgeistert. Wie kann man denn bitte Geld verdienen, indem man seine Kunden verklagt?

Pigspleens Gründerin hatte die Antwort. Sie machte Verträge mit allen Acts, die mit ihren Fans arbeiten wollten, statt sie zu bekämpfen. Du gibst Pigspleen eine Lizenz, deine Musik unter deren Kunden zu verbreiten, und bekommst dafür einen Anteil an den Abogebühren, der sich danach richtet, wie populär deine Musik ist. Für einen Indie-Künstler ist nicht Raubkopieren das Problem, sondern Unbekanntheit: Niemand interessiert sich auch nur genug für deine Musik, um sie zu klauen.

Es funktionierte. Hunderte unabhängiger Künstler und Plattenfirmen unterzeichneten bei Pigspleen, und je mehr Musik es gab, desto mehr Fans wechselten zu Pigspleen als Internet-Anbieter und desto mehr Geld gab es für die Künstler. Binnen eines Jahres hatte der Provider hunderttausend neue Kunden, und inzwischen hatte er eine Million – mehr als die Hälfte aller Breitband-Anschlüsse in der Stadt.

„Ich hab schon seit Monaten auf dem Zettel, den indienet-Code zu überarbeiten“, sagte Jolu. „Die ursprünglichen Programme waren schnell zusammengekloppt, und mit nem bisschen Arbeit könnten sie viel effizienter gemacht werden. Aber ich hatte noch keine Zeit dafür. Einer der Punkte ganz oben auf der Liste ist, die Verbindungen zu verschlüsseln, weil Trudy das gern so möchte.“

Trudy Doo war die Gründerin von Pigspleen. Außerdem war sie eine alte Punk-Legende in San Francisco, Frontfrau der anarcho-feministischen Band Speedwhores, und Privatsphäre war ihre fixe Idee. Ich glaubte sofort, dass sie schon aus Prinzip ihren Musik-Dienst verschlüsselt haben wollte.

„Wird das schwer? Ich mein, wie lange dauert das?“

„Na ja, massenweise Krypto-Code gibt’s schon online für lau“, sagte Jolu. Jetzt tat er wieder das, was er immer tat, wenn er an einem kniffligen Programmierproblem kaute: Er bekam diesen abwesenden Blick, trommelte mit den Händen auf dem Tisch und ließ den Kaffee überschwappen. Mir war nach Lachen zumute – und wenn alles um ihn rum den Bach runterginge, Jolu würde diesen Code schreiben.

„Kann ich helfen?“

Er schaute mich an. „Was, glaubst du nicht, dass ichs allein hinkriege?“

„Was?“

„Na ja, du hast das ganze Xnet-Ding allein aufgezogen, ohne mir auch bloß was zu erzählen; ohne mit mir drüber zu reden. Und dann dachte ich so, wahrscheinlich brauchst du bei so was meine Hilfe gar nicht.“

Jetzt hatte er mich kalt erwischt. „Was?“, wiederholte ich. Jolu sah mittlerweile richtig aufgebracht aus. Es war klar, dass das schon eine ganze Weile an ihm genagt hatte. „Jolu …“

Er sah mich wieder an, und jetzt merkte ich, dass er richtig sauer war. Wie hatte ich das übersehen können? Oh Gott, manchmal war ich echt so ein Idiot.

„Weißt du, Kumpel, es ist keine große Sache …“ – womit er eindeutig meinte, dass es eine verdammt große Sache war – „ich meine, du hast mich nicht mal gefragt. Hey, ich hasse das DHS. Darryl war auch mein Freund. Ich hätte dir wirklich dabei helfen können.“

Ich wollte den Kopf zwischen den Knien vergraben. „Hey, Jolu, das war echt bescheuert von mir. Ich hab das halt so um zwei Uhr morgens gemacht. Ich war irgendwie rasend, als das passierte. Ich …“ Ich konnte es nicht erklären. Er hatte Recht, und das war das Problem. Okay, es war nachts um zwei Uhr gewesen, aber ich hätte ihm am nächsten oder übernächsten Tag davon erzählen können. Aber ich hatte es nicht getan, weil ich wusste, was er sagen würde – dass es ein hässlicher Hack war und dass ich das besser durchdenken sollte.

Jolu wusste immer, wie man meine Zwei-Uhr-Nachts-Ideen in sauberen Code umsetzen konnte, aber das, womit er dann rumkam, war immer ein bisschen anders als das, was ich mir ursprünglich ausgedacht hatte. Dieses Projekt hatte ich für mich allein haben wollen. Ich war voll in meiner Rolle als M1k3y aufgegangen.

„Tut mir Leid“, sagte ich schließlich. „Tut mir wirklich, wirklich Leid. Du hast völlig Recht. Ich bin irgendwie durchgedreht und hab dummes Zeug gemacht. Aber ich brauche wirklich deine Hilfe – ohne dich kriege ich das nicht hin.“

„Meinst du das ernst?“

„Und wie“, sagte ich. „Mann, du bist der beste Programmierer, den ich kenne. Du bist ein verdammtes Genie, Jolu. Es wäre echt eine Ehre, wenn du mir dabei helfen würdest.“

Er trommelte weiter mit seinen Fingern. „Es ist bloß … du weißt schon. Du bist der Teamchef. Van ist die Clevere. Darryl war … er war dein Stellvertreter, der Typ, der alles organisiert hat und ein Auge auf die Details hatte. Der Programmierer, das war mein Job. Und es war so, als hättest du gesagt, dass du mich nicht brauchst.“

„Oh Mann, ich bin son Idiot. Jolu, du bist der Beste für den Job, den ich kenne. Ich bin echt, echt, …“

„Lass gut sein, ja? Stopp. Ich glaub dir ja. Wir sind doch alle grade ziemlich neben der Spur. Also: Klar kannst du helfen. Wahrscheinlich können wir dich sogar bezahlen – ich hab ein kleines Budget für freie Programmierer.“

„Echt jetzt?“ Fürs Programmieren hatte mich noch nie jemand bezahlt.

„Logisch. Wahrscheinlich bist du gut genug, um das Geld wert zu sein.“ Er grinste und boxte mich in die Schulter. Jolu ist eigentlich meistens total entspannt, und eben deshalb hatte er mich grade so aus der Bahn geworfen.

Ich zahlte die Kaffees, und wir gingen. Dann rief ich meine Eltern an, um ihnen zu berichten, was ich vorhatte. Jolus Mom bestand drauf, uns Sandwiches zu machen. Wir schlossen uns mit seinem Computer und dem Code fürs indienet in seinem Zimmer ein, und dann begann eine der großen Marathon-Programmiersitzungen der Weltgeschichte. Nachdem Jolus Familie um halb zwölf ins Bett gegangen war, entführten wir die Kaffeemaschine in sein Zimmer, um unser Koffeinlevel auf konstant hohem Niveau zu halten.

Wenn du noch nie einen Computer programmiert hast, solltest du es mal tun. Es gibt nichts Vergleichbares auf der Welt. Wenn du einen Computer programmierst, tut er exakt das, was du von ihm verlangst. Es ist, als ob man eine Maschine gestaltet – irgendeine Maschine: ein Auto, ein Absperrventil, eine Gasdruckfeder für eine Tür -, indem man Mathematik und Anweisungen verwendet. Es ist Ehrfurcht gebietend im Wortsinn: Es kann dich mit Ehrfurcht erfüllen.

Ein Computer ist die komplizierteste Maschine, die du je benutzen wirst. Er besteht aus Milliarden winzigwinzig kleiner Transistoren, die so eingestellt werden können, dass sie jedes Programm ablaufen lassen, das du dir vorstellen kannst. Aber wenn du an der Tastatur sitzt und eine Zeile Code schreibst, dann tun diese Transistoren genau das, was du ihnen sagst.

Die meisten von uns werden niemals ein Auto bauen. Die allerwenigsten von uns werden ein Fluggerät entwickeln, ein Gebäude gestalten, eine Stadt am Reißbrett entwerfen.

Das sind schon ziemlich komplizierte Maschinen, und sie sind für Leute wie dich und mich weit außerhalb unserer Reichweite. Aber ein Computer ist vielleicht noch zehn Mal komplizierter, und doch tanzt er zu jeder Melodie, die du ihm vorspielst. Einfaches Programmieren kannst du an einem Nachmittag lernen. Fang mit einer Sprache wie Python an, die extra dafür geschrieben wurde, Programmieranfängern dabei zu helfen, dass die Maschine nach ihrer Pfeife tanzt.

Und wenn du bloß einen Tag lang, nur einen Nachmittag lang programmierst: einmal zumindest musst du es tun. Computer können dich kontrollieren, oder sie können dir deine Arbeit erleichtern – wenn du deine Maschinen unter deiner Kontrolle haben willst, musst du lernen, Code zu schreiben.

In dieser Nacht schrieben wir ne Menge Code.

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