Little Brother – Kapitel 11

………………………………………………………………………………………………
Kapitelübersicht
Kapitel 10 | Start | Kapitel 12
………………………………………………………………………………………………
Cory DoctorowLittle Brother
{ Download: HTMLTXTPDFEPUBMOBIPDBPRCAZW }
………………………………………………………………………………………………

Dieses Kapitel ist der Universitätsbuchhandlung an der Universität von Washington gewidmet, deren Science-Fiction-Abteilung dank dem scharfen Blick und der Hingabe des Science-Fiction-Einkäufers Duane Wilkins derjenigen vieler spezialisierter Geschäfte ebenbürtig ist. Duane ist ein echter Science-Fiction-Fan – ich habe ihn das erste Mal bei der World Science Fiction Convention in Toronto 2003 getroffen -, und das zeigt sich im gut informiert ausgewählten Sortiment, das im Laden präsentiert wird.

Ein gutes Indiz für eine herausragende Buchhandlung ist die Qualität der „Regal-Reviews“ – der kleinen Kartonschnipsel an den Regalen, auf denen das Personal üblicherweise handschriftlich kleine Rezensionen über die Vorzüge von Büchern verfasst, die man sonst einfach verpassen würde. Und die Angestellten in der Universitätsbuchhandlung haben offensichtlich von Duanes Anleitung profitiert, denn die Regal-Reviews hier sind absolut unvergleichlich.

The University Bookstore:
http://www4.bookstore.washington.edu/_trade/ShowTitleUBS.taf?ActionArg=Title&ISBN=9780765319852
4326 University Way NE, Seattle, WA 98105 USA +1 800 335 READ

………………………………………………………………………………………………

Jolu stand auf. „Jetzt wird’s ernst, Leute. Jetzt sehen wir, aufwelcher Seite ihr seid. Vielleicht habt ihr keine Lust, für eure Überzeugungen auf die Straße zu gehen und dafür hopsgenommen zu werden, aber wenn ihr Überzeugungen habt, dann wird es uns das zeigen. Das hier wird das Web of Trust knüpfen, das uns zeigt, wer drin und wer draußen ist. Wenn wir unser Land jemals zurückbekommen wollen, dann müssen wir das tun. Wir müssen einfach etwas wie das hier tun.“

Jemand in der Menge – es war Ange – hob eine Hand mit einer Bierflasche.

„Nennt mich blöde, aber ich versteh das kein Stück. Warum wollt ihr, dass wir das machen?“

Jolu schaute mich an, und ich erwiderte den Blick. Als wirs organisierten, hatte alles so offensichtlich ausgesehen. „Das Xnet ist nicht bloß eine Möglichkeit, gratis zu spielen. Es ist das letzte offene Kommunikationsnetzwerk in Amerika. Es ist die letzte Möglichkeit, miteinander zu reden, ohne vom DHS dabei überwacht zu werden. Und damit das so bleibt, müssen wir wissen, dass derjenige, mit dem wir grade sprechen, kein Schnüffler ist. Das bedeutet, wir müssen wissen, dass die Leute, denen wir Nachrichten schicken, tatsächlich die sind, für die wir sie halten.

Und hier kommt ihr ins Spiel. Ihr seid alle hier, weil wir euch vertrauen. Ich meine, wirklich vertrauen. Vertrauen auf Leben und Tod.“

Ein paar Leute stöhnten. Das klang so melodramatisch und dumm.
Ich stand wieder auf.

„Als die Bomben hochgingen“, sagte ich, und da begann sich etwas in meiner Brust zu regen, etwas Schmerzhaftes. „Als die Bomben hochgingen, da sind vier von uns auf der Market Street gefangen genommen worden. Aus irgendeinem Grund war das DHS der Meinung, wir hätten Verdacht erregt. Die haben uns Tüten über den Kopf gezogen, auf ein Schiff gebracht und tagelang verhört. Die haben uns erniedrigt und Psychospielchen mit uns gespielt. Dann haben sie uns gehen lassen.

Uns alle außer einem. Meinem besten Freund. Er war bei uns, als sie uns einkassiert haben. Er war verletzt und brauchte ärztliche Hilfe. Und er kam nie wieder raus. Sie behaupten, sie hätten ihn nie gesehen. Sie sagen, wenn wir je irgendwem davon erzählen, dann verhaften sie uns und lassen uns verschwinden.

Für immer.“

Ich zitterte. Diese Scham. Diese verdammte Scham. Jolu hielt mit der Lampe auf mich.

„Oh Gott“, sagte ich. „Ihr hier, ihr seid die ersten, denen ich das erzähle. Wenn diese Story die Runde macht, dann könnt ihr drauf wetten, dass die rauskriegen, wer undicht war. Dann könnt ihr drauf wetten, dass sie kommen und an meine Tür klopfen.“ Ich atmete ein paar Mal tief durch. „Deshalb engagiere ich mich im Xnet. Und deshalb ist mein Leben von jetzt an dem Kampf gegen das DHS gewidmet. Mit jedem Atemzug, an jedem einzelnen Tag. Bis wir wieder frei sind. Jeder von euch könnte mich jetzt in den Knast bringen, wenn er wollte.“

Ange hob wieder die Hand. „Wir verpfeifen dich nicht“, sagte sie. „Kein Stück. Ich kenn hier so ziemlich jeden, und so viel kann ich dir versprechen. Ich hab zwar keine Ahnung, woran man jemanden erkennt, dem man vertrauen kann, aber ich weiß, wem man nicht vertrauen kann: alten Leuten. Unseren Eltern. Erwachsenen. Wenn die an jemanden denken, dem nachspioniert wird, dann denken die an jemand anderen, irgendeinen Bösen. Wenn sie an jemanden denken, der gefangen und in ein Geheimgefängnis verschleppt wird, dann ist das immer ein anderer – ein Junger, ein Farbiger, ein Ausländer.

Sie haben vergessen, wie es ist, in unserem Alter zu sein. Einfach ständig unter Generalverdacht zu sein! Wie oft steigst du in den Bus, und alle starren dich an, als ob du Bröckchen rülpst und Hunde quälst?

Und noch schlimmer: Die werden immer früher und früher erwachsen. Früher hieß es mal, ,trau keinem über 30′.

Ich sage: ,Trau keinem Mistkerl über 25′.“

Alle lachten, und sie lachte mit. Sie war auf eine merkwürdige Weise hübsch, ihr langes Gesicht und die kräftigen Kiefer gaben ihr entfernt was von einem Pferd. „Ich mein das nicht als Witz, wisst ihr? Ich meine, denkt mal drüber nach. Wer hat denn diese Arschgeigen gewählt? Wer hat ihnen gesagt, dass sie unsere Stadt besetzen sollen? Wer hat denn dafür gestimmt, Kameras in unseren Klassenräumen aufzuhängen und uns mit ihren ekligen Schnüffelchips in unseren Transitpässen und Autos überall hinterher zu rennen? Das war doch kein 16-Jähriger. Wir sind jung und vielleicht nicht ganz dicht, aber Abschaum sind wir nicht.“

„Das will ich auf nem T-Shirt“, sagte ich.

„Das wär ein gutes“, entgegnete sie. Wir lächelten uns an.

„Wo bekomm ich jetzt meine Schlüssel?“, fragte sie und zog ihr Handy raus.

„Wir machen das da drüben, in der stillen Ecke bei den Höhlen. Ich bring dich rein und bereite den Rechner vor, dann machst du deine Sache und bringst die Maschine zu deinen Freunden, damit die Fotos von deinem öffentlichen Schlüssel machen und ihn zuhause signieren können.“

Ich erhob die Stimme. „Ach, eins noch! Mist, wie konnte ich das vergessen? Ihr müsst die Fotos löschen, sobald ihr die Schlüssel eingetippt habt! Das letzte, was wir brauchen können, ist ein Flickr-Stream mit Fotos von uns allen bei unserer konspirativen Sitzung.“

Als Antwort kam ein bisschen nervöses, gutmütiges Kichern, dann machte Jolu das Licht aus, und in der plötzlichen Dunkelheit konnte ich nichts mehr sehen. Nach und nach passten sich meine Augen an, und ich machte mich auf den Weg zur Höhle. Jemand ging hinter mir. Ange. Ich drehte mich um und lächelte sie an, sie lächelte zurück, und ihre Zähne leuchteten in der Dunkelheit.

„Danke für grade eben“, sagte ich. „Du warst toll.“

„Hast du das ernst gemeint, was du von der Tüte überm Kopf und all dem Zeug erzählt hast?“

„Hab ich“, antwortete ich. „Das ist echt passiert. Ich hab es noch niemandem erzählt, aber es ist passiert.“

Ich dachte einen Moment drüber nach.

„Weißt du, nach all der Zeit, seit das passiert ist, ohne dass ich irgendwas erzählt habe, hat es sich irgendwann nur noch wie ein böser Traum angefühlt. Aber es war echt.“

Ich hielt an und kletterte dann zur Höhle hoch.

„Ich bin froh, dass ichs endlich ein paar Leuten erzählt habe. So langsam dachte ich schon, ich wäre durchgedreht.“

Ich stellte den Laptop auf einen trockenen Felsbrocken und fuhr ihn vor ihren Augen von der DVD hoch.

„Ich werde ihn für jeden von euch neu starten. Das hier ist eine normale ParanoidLinux-DVD, aber ich schätze, das musst du mir einfach so glauben.“

„Zum Teufel“, sagte sie. „Geht es hier um Vertrauen oder was?“

„Ja“, sagte ich. „Vertrauen.“

Ich ging ein paar Schritte weg, während sie den Schlüsselgenerator laufen ließ, hörte ihr zu, wie sie tippte und klickte, um Zufallsdaten zu generieren, hörte dem Rauschen der Brandung zu, hörte den Partygeräuschen zu, die von dort her kamen, wo das Bier war.

Sie kam aus der Höhle raus, den Laptop in den Händen. Darauf waren in großen, leuchtend weißen Lettern ihr öffentlicher Schlüssel, ihr Fingerprint und ihre E-Mail-Adresse zu sehen. Sie hielt den Monitor hoch neben ihr Gesicht und wartete, während ich mein Handy rauskramte.

„Cheese“, sagte sie. Ich machte ein Bild von ihr und steckte die Kamera wieder ein. Sie ging weiter zu den Zechern und ließ jeden ein Foto von ihr mit dem Monitor machen. Es hatte was Feierliches. Und es war lustig. Sie hatte wirklich eine Menge Charisma – man wollte sie nicht bloß anlachen, man wollte mit ihr lachen. Und verdammt noch mal, es war lustig. Wir erklärten gerade einen geheimen Krieg gegen die Geheimpolizei. Wer dachten wir denn, wer wir waren?

So ging es vielleicht eine Stunde lang weiter, jeder machte Fotos und erzeugte Schlüssel. Ich lernte jeden hier kennen. Ich kannte schon viele – einige hatte ich ja selbst eingeladen -, und die anderen waren Freunde meiner Kumpels oder von Kumpeln meiner Kumpels. Wir sollten alle ein Team sein. Am Ende dieser Nacht waren wirs. Es waren alles gute Leute.

Als alle fertig waren, ging Jolu, um einen Schlüssel zu erzeugen, und drehte sich dann mit einem unbeholfenen Lächeln von mir weg. Mein Ärger über ihn war inzwischen verraucht. Er tat, was er tun musste. Und ich wusste, dass er, was immer er jetzt auch sagte, immer für mich da sein würde. Und wir waren zusammen im DHS-Knast gewesen. Van auch. Das würde uns für immer zusammenschweißen, komme was da wolle.

Ich erzeugte meinen Schlüssel und drehte dann die Runde durch die Gang, um jeden ein Foto machen zu lassen. Dann kletterte ich wieder auf den erhöhten Fleck von vorhin und bat alle um Aufmerksamkeit.

„Also, ne Menge von euch haben mitbekommen, dass die ganze Nummer einen Riesenhaken hat: Was wäre, wenn ihr diesem Laptop nicht trauen könnt? Wenn er heimlich all unsere Anweisungen aufzeichnet? Wenn er uns ausspioniert? Was wäre, wenn ihr Jose Luis und mir nicht trauen könnt?“

Mehr wohlwollendes Gickeln. Ein bisschen wärmer als vorher, bieriger.

„Ich mein das so“, sagte ich. „Wenn wir auf der falschen Seite wären, dann würde all das hier uns alle – euch alle – in die Scheiße reiten. Vielleicht in den Knast.“

Die Gickler wurden nervöser.

„Und deshalb mach ich jetzt das hier“, sagte ich und nahm einen Hammer zur Hand, den ich aus Dads Werkzeugkiste mitgebracht hatte. Ich stellte den Laptop neben mir auf den Felsen und holte mit dem Hammer aus, Jolu mit der Lampe immer an der Bewegung dran. Crash – ich hatte immer davon geträumt, einen Laptop mit einem Hammer zu töten, und jetzt tat ich es. Es fühlte sich pornomäßig gut an. Und schlecht zugleich.

Smash! Das Monitorpanel fiel raus, zersplitterte in Millionen Teile und gab die Tastatur frei. Ich schlug weiter darauf ein, bis die Tastatur runterfiel und Hauptplatine und Festplatte sichtbar wurden. Crash! Ich zielte genau auf die Festplatte und hieb mit aller Kraft auf sie ein. Es dauerte drei Schläge, bis das Gehäuse zerbarst und das zerbrechliche Innenleben freigab. Ich hämmerte weiter, bis nur noch feuerzeuggroße Einzelteile übrig waren, dann packte ich alles in einen Müllsack. Meine Zuschauer jubelten frenetisch – laut genug, dass ich ernsthaft begann, mir Sorgen zu machen, dass uns jemand von oberhalb über die Brandung hinweg hören und die Gesetzeshüter rufen könnte.

„Das wäre das!“, rief ich. „Also, wenn mich jetzt jemand begleiten möchte – ich trage das jetzt runter zum Meer und spül es zehn Minuten im Salzwasser.“

Zuerst fand der Vorschlag keinen Zuspruch, aber dann kam Ange nach vorn, nahm meinen Arm in ihre warme Hand und flüsterte mir „das war wundervoll“ ins Ohr; dann gingen wir zusammen runter zum Strand.

Es war völlig dunkel unten am Wasser und nicht ungefährlich, selbst mit unseren Schlüsselanhänger-Lampen. Rutschige, scharfkantige Felsen überall, auf denen auch schon ohne drei Kilo pürierter Elektronik in ner Plastiktüte schwer balancieren war. Ein Mal rutschte ich aus und war drauf gefasst, mir was aufzuschlagen, aber sie angelte mich mit erstaunlich festem Griff und hielt mich aufrecht. Ich wurde ganz nah an sie rangezogen, nah genug, um ihr Parfum wahrzunehmen, einen Duft nach neuen Autos. Ich liebe diesen Duft.

„Danke“, brachte ich raus und schaute ihr in die großen Augen, die von ihrer männlichen, schwarz gefassten Brille noch vergrößert wurden. Ich konnte im Dunkeln nicht erkennen, welche Farbe ihre Augen hatten, aber ich tippte auf was Dunkles, soweit man aus ihrem dunklen Haar und olivbraunen Teint darauf schließen konnte. Sie wirkte südländisch, vielleicht mit griechischen, spanischen oder italienischen Wurzeln.

Ich bückte mich und ließ den Beutel im Meer mit Salzwasser volllaufen. Dabei brachte ichs fertig, auszurutschen und meinen Schuh zu fluten; ich fluchte und sie lachte. Seit wir zum Ufer aufgebrochen waren, hatten wir kaum ein Wort gewechselt. Es war etwas Magisches um unser Stillschweigen.

Bis zu diesem Tag hatte ich insgesamt drei Frauen geküsst, den Heldenempfang in der Schule nicht mitgerechnet. Das ist keine beeindruckende Zahl, aber so ganz winzig ja auch nicht. Ich habe ein passables Frauenradar, und ich glaube, ich hätte sie küssen können. Sie war nicht h31ß im traditionellen Sinn, aber ein Mädchen und eine Nacht und ein Strand, das hat schon was; außerdem war sie smart, leidenschaftlich und engagiert.

Aber ich küsste sie nicht und nahm sie auch nicht bei der Hand. Stattdessen erlebten wir einen Moment, den ich nur als spirituell bezeichnen kann. Die Brandung, die Nacht, das Meer und die Felsen, dazu unser Atmen. Der Moment dehnte sich aus. Ich seufzte. Was für eine Aktion! In dieser Nacht würde ich noch eine Menge zu tippen haben, um all die Schlüssel in meinen Schlüsselbund zu übertragen, zu signieren und die signierten Schlüssel zu veröffentlichen. Um das Web of Trust zu starten.

Sie seufzte auch.

„Gehn wir“, sagte ich.

Ja.“

So gingen wir zurück. Diese Nacht war eine gute Nacht.

[x]

Jolu wartete hinterher noch, bis der Freund seines Bruders kam, um die Kühlboxen abzuholen. Ich ging mit allen anderen die Straße hoch bis zur nächsten Bushaltestelle und stieg ein. Natürlich benutzte niemand von uns eine reguläre Fahrkarte mehr; mittlerweile klonte jeder Xnetter gewohnheitsmäßig drei-, viermal am Tag den Fahrausweis von jemand anderem, um sich für jede Fahrt eine neue Identität zuzulegen.

Es war nahezu unmöglich, im Bus cool zu bleiben. Wir waren alle leicht angeschickert, und es war wahnsinnig komisch, uns gegenseitig im grellen Licht im Bus anzuschauen. Wir wurden ziemlich laut, und der Fahrer ermahnte uns zwei Mal über die Sprechanlage und sagte dann, wenn wir nicht sofort ruhig seien, würde er die Polizei rufen.

Das brachte uns gleich wieder zum Gickeln, und so stiegen wir alle auf einmal aus, bevor er die Bullen rufen konnte. Wir waren jetzt in North Beach, und jede Menge Busse, Taxis, die BART in Market Street und ein paar neonleuchtende Clubs und Cafés sorgten dafür, dass sich unsere Gruppe hier zerstreute.

Ich kam heim, warf die Xbox an und begann, Schlüssel von meinen Handyfotos zu übertragen. Das war eine stumpfsinnige, hypnotisierende Angelegenheit, und weil ich außerdem ein bisschen betrunken war, fiel ich darüber in einen Halbschlaf.

Grade als ich vollends am Wegdämmern war, poppte ein neues Messenger-Fenster hoch.

>  hey-ho!

Ich erkannte den Nick nicht – spexgril -, aber ich hatte so eine Ahnung, wer es sein könnte.

>hi

tippte ich vorsichtig.

>  ich bins, von heute nacht

Dann fügte sie einen Block Krypto ein. Ihren öffentlichen Schlüssel hatte ich schon am Schlüsselbund, also ließ ich den Messenger versuchen, den Code mit ihrem Schlüssel zu entziffern.

>  ich bins, von heute nacht

Sie war es!

>  Schön dich hier zu sehen

tippte ich, verschlüsselte es mit meinem Schlüssel und schickte es ab.

>  Es war toll, dich zu treffen

tippte ich weiter.

>  Dich auch. Ich treff nicht so viele kluge Jungs, die auch noch süß sind und ein soziales Gewissen haben.

Gute Güte, Mann, du lässt einem Mädchen kaum eine Chance.

Mein Herz hämmerte in meiner Brust.

>Hallo? Klopfklopf? Jemand daheim? Ich bin nicht hier geboren, Leute, aber ich werde ganz sicher hier sterben. Vergesst nicht, euren Kellnerinnen Trinkgeld zu geben, sie arbeiten so hart. Ich bin die ganze Woche hier.

Ich musste laut lachen.

>  Ich bin ja hier, ich lach bloß zu laut, um tippen zu können

>  Na zumindest meine Messenger-Comedy zieht noch

Aha?

>  Es war echt toll, dich zu treffen

> Ja, das ist es meistens. Wohin führste mich aus?

> Ausführen?

>  Bei unserem nächsten Abenteuer?

>  Hatte noch nichts geplant

>  Okay, dann sag ich, wohin. Freitag, Dolores Park. Illegales Open-Air-Konzert. Komm da hin, oder du bistn Dodekaeder

> Was noch mal?

>  Liest du nicht mal Xnet? Steht an jeder Ecke. Schon mal von den Speedwhores gehört?

Ich verschluckte mich bald. Das war Trudy Doos Band – DIE Trudy Doo, die Frau, die Jolu und mich dafür bezahlte, den indienet-Code zu aktualisieren.

> Ja, schon von gehört

>  Die planen einen Riesengig und haben wohl noch so fünfzig andere Bands dabei, wollen das auf den Tennisplätzen machen, mit ihren eigenen Boxentrucks dabei, und die ganze Nacht durchrocken

Ich fühlte mich wie ein Grottenolm. Wie war das denn an mir vorbeigegangen? Auf Valencia gabs diese anarchistische Buchhandlung, an der ich manchmal auf dem Weg zur Schule vorbeikam; und die hatte ein Poster im Fenster mit einer alten Revolutionärin, Emma Goldman, mit der Zeile „Wenn ich nicht tanzen kann, dann will ich nichts mit deiner Revolution zu tun haben.“ Ich hatte meine gesamte Energie darauf verwendet, mit dem Xnet engagierte Kämpfer zu organisieren, um dem DHS dazwischenzufunken. Aber das hier war ja wohl soo viel cooler. Ein Riesenkonzert – ich hatte keine Ahnung, wie man so was aufzog, aber ich war froh, dass es Leute gab, die das konnten.

Und wenn ichs mir recht überlegte, dann war ich verdammt stolz drauf, dass sies mit Hilfe des Xnets organisierten.

Am nächsten Tag war ich ein Zombie. Ange und ich hatten bis vier Uhr früh gechattet – na ja, geflirtet. Zum Glück war Samstag, und ich konnte ausschlafen, aber vor Kater und Übermüdung kriegte ich trotzdem keinen geraden Gedanken zusammen.

Gegen Mittag mühte ich mich aus dem Bett und raus auf die Straße. Ich wankte rüber zum Türken, um meinen Kaffee zu kaufen – wenn ich allein war, kaufte ich neuerdings meinen Kaffee immer hier, weil ich das Gefühl hatte, der Türke und ich seien Mitglieder eines geheimen Clubs.

Auf dem Weg dahin kam ich an einer Menge frischer Graffiti vorbei. Ich mochte die Graffiti im Mission-Viertel; es war meist riesige, üppige Wandmalerei oder die sarkastischen Schablonenwerke von Kunststudenten. Und ich mochte es, dass die Tagger in der Mission unter den Augen des DHS immer noch weiter machten. Auch ne Art Xnet, dachte ich – die mussten auch ihre Methoden haben, rauszukriegen, was los war, woher man Farbe kriegte und welche Kameras funktionierten. Einige Kameras, merkte ich, waren einfach übergesprüht.

Vielleicht benutzten sie ja das Xnet!

In drei Meter hohen Buchstaben prangten am Bretterzaun eines Schrottplatzes die Worte: TRAU NIEMANDEM ÜBER 25.

Ich hielt an. War wohl jemand gestern von meiner „Party“ mit einer Farbdose hier vorbeigekommen? Ne Menge von den Leuten lebte hier im Viertel.

Ich holte meinen Kaffee und stratzte dann ein bisschen durch die Stadt. Dabei dachte ich die ganze Zeit, eigentlich müsste ich jemanden anrufen, ob wir uns einen Film ausleihen wollten oder so. So war es immer gewesen an faulen Samstagen wie heute. Aber wen sollte ich anrufen? Van redete nicht mit mir, ich glaubte nicht, schon wieder mit Jolu sprechen zu können, und Darryl…

Nun, Darryl konnte ich nicht anrufen.

Also holte ich noch einen Kaffee, ging heim und suchte ein bisschen in den Blogs im Xnet herum. Diese anonymen Blogs konnten keinem bestimmten Autor zugeordnet werden – es sei denn, der Autor war blöd genug, einen Namen drüberzuschreiben -, und es gab eine ganze Menge davon. Die meisten waren unpolitisch, etliche aber auch nicht. Dort schrieben sie über Schulen und wie unfair es dort war. Sie schrieben über die Bullen und übers Tagging.

Wie sich rausstellte, waren die Planungen für das Konzert im Park schon seit Wochen im Gang. Sie waren von Blog zu Blog gewandert, ohne dass ich was mitbekommen hatte. Und das Konzert stand unter dem Motto „Trau keinem über 25“.

Nun, das erklärte, woher Ange es hatte. War ein guter Slogan.

Am Montagmorgen beschloss ich, mal wieder bei der Anarchistenbuchhandlung vorbeizuschauen und zu versuchen, eins dieser Emma-Goldman-Poster zu bekommen. Ich brauchte die Gedächtnisstütze.

Also nahm ich auf dem Weg zur Schule den Umweg die 16te runter in die Mission, dann Valencia hoch und rüber. Der Laden war zu, aber ich notierte mir die Öffnungszeiten und vergewisserte mich, dass sie das Poster noch hängen hatten.

Als ich Valencia runterstapfte, war ich erstaunt zu sehen, wie viel „Trau keinem über 25 „-Zeug hier zu sehen war. Die Hälfte der Läden hatte Trau-keinem-Devotionalien in den Fenstern: Brotdosen, Babydoll-Shirts, Stiftdosen, Truckerhüte. Die Trendsetterläden sind immer schneller geworden: Wenn sich neue Meme binnen ein, zwei Tagen übers Netz verbreiten, dann sind die Läden mittlerweile ganz gut darin, ruckzuck den passenden Merchandising-Kram ins Fenster zu hängen. Wenn du am Montag ein witziges Youtube-Filmchen über einen Typ, der sich aus Mineralwasserflaschen einen Düsenantrieb bastelt, in deiner Mail findest, kannst du davon ausgehen, am Dienstag die ersten T-Shirts mit Stills aus dem Video kaufen zu können.

Aber es war irre zu sehen, wie sich was aus dem Xnet in die Szeneläden ausbreitete. Zerfetzte Designerjeans, auf die der Slogan sorgfältig wie mit Tinte geschrieben war. Gestickte Aufnäher.

Gute Nachrichten verbreiten sich schnell.

Als ich in die Gesellschaftskundeklasse von Ms. Galvez kam, stand der Slogan an der Tafel. Wir saßen alle an unseren Tischen und grinsten ihn an, und er schien zurückzugrinsen. Es hatte was ungeheuer Befriedigendes zu denken, dass wir alle einander trauen konnten und dass der Feind identifizierbar war. Ich wusste, dass das nicht so ganz stimmte, aber es war eben auch nicht so ganz falsch.

Ms. Galvez kam rein, strich sich übers Haar, stellte ihr SchulBook auf den Tisch und schaltete es ein. Dann nahm sie ein Stück Kreide und drehte sich zur Tafel. Alles lachte. Gutmütig zwar, aber wir lachten.

Sie drehte sich wieder zu uns und lachte ebenfalls. „Sieht so aus, als ob die Sloganschreiber der Nation unter Inflation leiden. Wer von euch weiß denn, woher dieser Satz ursprünglich stammt?“

Wir schauten uns an. „Hippies?“, fragte jemand, und wir lachten wieder. San Francisco ist voll von Hippies, von den alten Kiffern mit ihren Schmuddelbärten und Batikfummeln bis zu denen von heute, die sich mehr fürs Verkleiden und Footbag-Spielen interessieren als fürs Protestieren.

„Ja, Hippies. Aber wenn wir heute an Hippies denken, dann meist nur an ihre Kleidung und an die Musik. Aber Kleidung und Musik waren nur eine Begleiterscheinung von dem, was diese Ära, die Sechziger, so wichtig machte.

„Ihr habt schon von der Bürgerrechtsbewegung gehört, der es um die Abschaffung der Rassentrennung ging; weiße und farbige Jugendliche wie ihr, die mit Bussen in den Süden gefahren sind, um bei der Registrierung schwarzer Wähler zu helfen und gegen den offiziellen Staatsrassismus zu protestieren. Kalifornien war einer der Orte, aus denen die meisten Führer der Bürgerrechtsbewegung kamen. Wir waren hier immer schon ein bisschen politischer als der Rest des Landes, und in diesem Teil des Landes konnten Farbige außerdem schon dieselben Fabrikjobs bekommen wie Weiße, so dass es ihnen ein bisschen besser ging als ihren Verwandten im Süden.

Die Studenten in Berkeley schickten kontinuierlich Freiheitsaktivisten nach Süden, die sie mithilfe von Infoständen auf dem Campus, in Bancroft und Telegraph Avenue rekrutierten. Die Stände gibt es heute noch, ihr habt sie wahrscheinlich schon gesehen.

Tja, die Universität versuchte das zu unterbinden. Ihr Präsident verbot politische Aktivitäten auf dem Campus, aber die Bürgerrechtsjugend ließ sich davon nicht aufhalten. Die Polizei versuchte jemanden zu verhaften, der an den Infoständen Flugblätter verteilte, aber dann haben 3000 Studenten den Wagen umzingelt und es verhindert, ihn abtransportieren zu lassen. Sie wollten es nicht zulassen, dass sie diesen Jugendlichen ins Gefängnis brachten. Sie stellten sich aufs Dach des Polizeiautos und hielten Reden über das First Amendment (3) und über Meinungsfreiheit.

(3) Erster Zusatzartikel zur US-Verfasssung, verbietet u.a. die gesetzliche Einschränkung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit, A.d.Ü

Das gab den Startschuss für die Bewegung für Meinungsfreiheit. Es war der Beginn der Hippies, aber von hier nahmen auch ein paar radikalere Studentenbewegungen ihren Anfang. Black-Power-Gruppen wie die Black Panthers, und später auch Gruppen für Schwulenrechte wie die Pink Panthers, radikale Frauengruppen, sogar ,lesbische Separatisten‘, die Männer komplett abschaffen wollten. Und die Yippies. Hat schon mal jemand von den Yippies gehört?“

„Wollten die nicht das Pentagon zum Schweben bringen?“, fragte ich. Darüber hatte ich mal eine Doku gesehen.

Sie lachte. „Das hatte ich vergessen, aber du hast Recht, das waren sie. Yippies waren so etwas wie sehr politische Hippies, aber sie waren nicht in dem Sinne ernsthaft, wie wir uns Politik heute vorstellen. Sie waren ziemlich verspielt, Faxenmacher. Sie haben Geld in die New Yorker Börse geworfen und das Pentagon mit Hunderten Leuten umringt, um es mit einem Zauberspruch zu levitieren. Sie haben eine fiktive Art von LSD erfunden, das man mit Wasserpistolen versprühen sollte, und dann haben sie sich gegenseitig bespritzt und so getan, als ob sie stoned seien.

Sie waren lustig und ziemlich telegen – einer der Yippies, ein Clown namens Wavy Gravy, brachte in der Regel Hunderte von Demonstranten dazu, sich wie der Weihnachtsmann zu verkleiden, so dass man abends in den Fernsehnachrichten sehen konnte, wie Polizisten den Weihnachtsmann festnahmen -, und sie mobilisierten eine Menge Leute.

Ihre große Stunde war die Democratic National Convention 1968, als sie zu Protesten gegen den Vietnamkrieg aufriefen. Tausende von Leuten kamen nach Chicago, schliefen in den Parks und demonstrierten jeden Tag. In diesem Jahr hatten sie eine Menge bizarrer Aktionen; zum Beispiel ließen sie ein Schwein namens Pigasus als Präsidentschaftskandidat antreten. Die Polizei und die Demonstranten kämpften in den Straßen – das hatten sie vorher auch schon oft getan, aber die Polizisten in Chicago waren nicht klug genug, die Presse in Ruhe zu lassen. Sie verprügelten die Reporter, und die rächten sich, indem sie endlich ausführlich berichteten, was bei diesen Demonstrationen wirklich passierte. Plötzlich sah das ganze Land, wie seine Kinder ziemlich brutal von Polizisten zusammengeschlagen wurden. Sie nannten es einen ,Polizei-Aufstand‘.

Die Yippies sagten immer: „Trau keinem über 30″. Damit meinten sie, dass Leute, die vor einem bestimmten Zeitpunkt geboren waren, als Amerika Feinde wie die Nazis bekämpfte, es nie begreifen würden, was es bedeutete, sein Land so sehr zu lieben, dass man es ablehnen musste, gegen die Vietnamesen zu kämpfen.Sie dachten, dass du, wenn du erst mal 30 warst, deine Einstellungen nicht mehr ändern würdest und niemals begreifen könntest, wieso die Kinder der damaligen Zeit auf die Straße gingen und Krawall machten.

San Francisco war der Ausgangspunkt für all das. Hier wurden revolutionäre Armeen gegründet. Einige davon jagten im Dienst ihrer Sache Häuser in die Luft oder raubten Banken aus. Viele der Jugendlichen von damals wurden später mehr oder weniger normal, während andere im Gefängnis landeten. Einige von den Studienabbrechern erreichten Erstaunliches – Steve Jobs und Steve Wozniak zum Beispiel, die den PC erfunden haben.“

Die Sache begann mich zu faszinieren. Ein bisschen was wusste ich schon davon, aber so wie heute hatte man mir die Geschichte noch nie erzählt. Auf einmal sahen die lahmen, betulichen, erwachsenen Straßenproteste gar nicht mehr so lahm aus. Vielleicht war diese Sorte Action auch in der Xnet-Bewegung möglich.

Ich hob meine Hand. „Haben sie gewonnen? Haben die Yippies gewonnen?“

Sie sah mich lange an, als ob sie darüber nachdenken musste. Niemand sagte ein Wort. Wir waren alle auf die Antwort gespannt.

„Verloren haben sie nicht“, sagte sie schließlich. „Sie sind sozusagen implodiert. Einige von ihnen sind wegen Drogen oder anderer Vergehen ins Gefängnis gekommen. Einige haben ihr Fähnchen gedreht und sind Yuppies geworden, und dann sind sie auf Vortragsreisen gegangen und haben herumerzählt, wie dumm sie gewesen seien und dass Gier doch eine gute Sache sei.

Aber sie haben die Welt verändert. Der Vietnamkrieg ging zu Ende, und die Art von Konformismus und vorbehaltlosem Gehorsam, die bis dahin als Patriotismus gegolten hatte, war jetzt völlig out. Die Rechte von Farbigen, Frauen und Schwulen wurden nachhaltig weiterentwickelt. Die Rechte von Chicanos oder von Behinderten, überhaupt unsere gesamte Tradition bürgerlicher Freiheiten, wurden von diesen Leuten überhaupt erst ins Leben gerufen oder gestärkt. Die heutige Protestbewegung ist ein unmittelbarer Abkömmling der damaligen Auseinandersetzungen.“

„Ich fass es nicht, wie Sie über die Leute reden“, sagte Charles. Er lehnte halb stehend in seinem Stuhl, und sein mageres, kantiges Gesicht war rot angelaufen. Seine Augen waren groß und feucht und seine Lippen riesig, und wenn er sich aufregte, sah er immer ein bisschen wie ein Fisch aus.

Ms. Galvez verspannte sich merklich, dann sagte sie, „Ja, bitte, Charles?“

„Sie haben gerade Terroristen beschrieben. Echte Terroristen. Sie sagen, dass sie Häuser gesprengt haben. Die wollten die Börse zerstören. Die haben Polizisten verprügelt und sie davon abgehalten, Gesetzesbrecher zu verhaften. Die haben uns angegriffen!“

Ms. Galvez nickte bedächtig. Mir war klar, dass sie drüber nachdachte, wie sie mit Charles umgehen solle, der tatsächlich aussah, als würde er gleich platzen.

„Charles spricht da einen interessanten Aspekt an. Die Yippies waren keine fremden Agenten, sondern amerikanische Bürger. Wenn du sagst, ,die haben uns angegriffen‘, dann musst du dir klarmachen, wer ,die‘ und ,wir‘ sind. Wenn deine Mitbürger…“

„Schwachsinn!“, rief er. Er war jetzt aufgestanden. „Wir waren damals im Krieg. Diese Typen haben den Feind unterstützt. Es ist doch ganz einfach, wer ,wir‘ sind und wer ,die‘: Wenn du Amerika unterstützt, gehörst du zu uns. Wenn du die Leute unterstützt, die auf Amerikaner schießen, gehörst du zu denen.“

„Möchte vielleicht sonst jemand etwas dazu sagen?“

Einige Hände schossen hoch. Ms. Galvez rief sie auf. Ein paar Leute wiesen darauf hin, dass die Vietnamesen bloß auf Amerikaner geschossen hatten, weil die Amerikaner nach Vietnam geflogen waren, um dort bewaffnet im Dschungel herumzurennen. Andere fanden, dass Charles insofern Recht hatte, dass es nicht erlaubt sein dürfe, verbotene Dinge zu tun.

Alle diskutierten angeregt; alle außer Charles, der sich drauf beschränkte, Leute anzubrüllen und sie zu unterbrechen, wenn sie ihre Standpunkte erläutern wollten. Ms. Galvez versuchte ein paar Mal, ihn zum Warten zu bewegen, aber er wollte davon nichts wissen.

Ich schlug derweil was in meinem SchulBook nach, von dem ich wusste, dass ich es schon mal gelesen hatte.

Ich fand es. Ich stand auf. Ms. Galvez blickte mich erwartungsvoll an. Die Anderen folgten ihrem Blick und verstummten. Selbst Charles schaute nach einer Weile zu mir hin; in seinen großen, feuchten Augen loderte sein Hass auf mich.

„Ich möchte etwas vorlesen“, sagte ich. „Es ist kurz: ,daß, um diese Rechte zu sichern, Regierungen eingesetzt sein müssen, deren volle Gewalten von der Zustimmung der Regierten herkommen; daß zu jeder Zeit, wenn irgend eine Regierungsform zerstörend auf diese Endzwecke einwirkt, das Volk das Recht hat, jene zu ändern oder abzuschaffen, eine neue Regierung einzusetzen, und diese auf solche Grundsätze zu gründen, und deren Gewalten in solcher Form zu ordnen, wie es ihm zu seiner Sicherheit und seinem Glücke am zweckmäßigsten erscheint.“ (4)

(4) Zitat folgt einschließlich damaliger Rechtschreibung der Übersetzung von 1849, wie veröffentlicht auf http://www.verfassungen.de/us/unabhaengigkeit76.htm, A.d.Ü

………………………………………………………………………………………………
Kapitelübersicht
Kapitel 10 | Start | Kapitel 12
………………………………………………………………………………………………
Cory DoctorowLittle Brother
{ Download: HTMLTXTPDFEPUBMOBIPDBPRCAZW }
………………………………………………………………………………………………

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: