Little Brother – Kapitel 9

………………………………………………………………………………………………
Kapitelübersicht
Kapitel 8 | Start | Kapitel 10
………………………………………………………………………………………………
Cory DoctorowLittle Brother
{ Download: HTMLTXTPDFEPUBMOBIPDBPRCAZW }
………………………………………………………………………………………………

Dieses Kapitel ist Compass Books/Books Inc gewidmet, der ältesten unabhängigen Buchhandlung im Westen der USA. Sie hat Filialen überall in Kalifornien, in San Francisco, Burlingame, Mountain View und Palo Alto, aber am coolsten ist ihre Monster-Buchhandlung mitten in Downtown Disney im Disneyland Anaheim.
Ich bin ein Hardcore-Fan von Disney-Parks (wie mein erster Roman, „Down and Out in the Magic Kingdom“ – dt. „Backup“, A.d.Ü. -) beweist, und wann immer ich in Kalifornien lebte, habe ich mir eine Disneyland-Jahreskarte gekauft und bei praktisch jedem Besuch auch einmal bei Compass Books in Downtown Disney reingeschaut.
Sie haben da eine fantastische Auswahl an unautorisierten, teils auch kritischen Büchern über Disney vorrätig, außerdem eine Menge Kinderbücher und Science Fiction, und im Kaffee nebenan machen sie einen fiesen Cappuccino.

Compass Books/Books Inc:
http://www.booksinc.net/NASApp/store/Product;jsessionid=abcF-ch09-pbU6m7ZRrLr?s=showproduct&isbn=0765319853

………………………………………………………………………………………………

Er war so wütend, dass ich dachte, gleich müsse er platzen. Sagte ich schon, dass ich erst ein paar Mal erlebt hatte, wie er die Fassung verlor? In dieser Nacht verlor er sie mehr als jemals zuvor.

„Ihr glaubt es nicht. Dieser Polizist war vielleicht 18, und der fragte dauernd, ,Warum waren Sie denn gestern in Berkeley, wenn Ihr Kunde doch in Mountain View sitzt?‘ Und dann hab ich ihm noch mal erklärt, dass ich in Berkeley unterrichte, und dann er wieder ,Aber ich dachte, Sie seien ein Berater‘, und dann ging das Ganze wieder von vorn los. Es war wie bei einer Sitcom, wo sie die Polizisten mit einem Dummheitslaser beschossen haben.

Aber schlimmer war: Der bestand darauf, ich sei auch heute in Berkeley gewesen, und ich sagte nein, war ich nicht, und er sagte doch, ich sei da gewesen. Dann hat er mir meine FasTrak-Abrechnung gezeigt, und da stand drauf, dass ich heute drei Mal über San Mateo Bridge gefahren sein soll!

Und das ist noch nicht alles“, sagte er und atmete so scharf ein, dass ich merkte, wie sauer er war. „Sie hatten Informationen über Orte, an denen ich gewesen sein soll, die überhaupt keine Mautstation haben. Die müssen meinen Pass einfach so auf der Straße eingelesen haben. Und das war alles falsch! Ach verdammt, die schnüffeln uns allen hinterher und sind dafür noch nicht mal kompetent genug!“

Während er sich so in Fahrt redete, war ich in die Küche verschwunden, und jetzt sah ich ihm von der Türschwelle aus zu. Mom begegnete meinem Blick, und wir hoben beide die Augenbrauen, wie um zu sagen „wer sagt ihm jetzt ,siehst du‘?“ Ich nickte ihr zu. Sie würde ihre ehefrauliche Macht nutzen können, seine Wut zu besänftigen, wie das mir als einer bloßen Nachwuchs-Einheit niemals möglich wäre.

„Drew“, sagte sie und schnappte ihn am Arm, um ihn davon abzuhalten, weiter durch die Küche zu stratzen und mit den Armen zu wedeln wie ein Straßenprediger.

„Was?“, schnappte er.

„Ich glaube, du schuldest Marcus eine Entschuldigung.“ Ihre Stimme war ganz ruhig dabei. Dad und ich sind die Durchgeknallten im Haushalt – Mom ist ein echter Fels in der Brandung.

Dad schaute mich an. Seine Augen wurden schmal, während er einen Moment lang nachdachte. „Okay“, sagte er schließlich. „Du hast Recht. Was ich meinte, war kompetente Überwachung. Diese Typen waren die totalen Anfänger. Es tut mir Leid, mein Junge“, sagte er. „Du hattest Recht. Es war lächerlich.“ Er streckte seine Hand aus und schüttelte meine, dann zog er mich plötzlich an sich und umarmte mich heftig.

„Oh Gott, was machen wir mit diesem Land, Marcus? Deine Generation hätte es verdient, etwas Besseres zu erben als das hier.“ Als er mich wieder los ließ, konnte ich die tiefen Furchen in seinem Gesicht sehen, Linien, die mir zuvor nie aufgefallen waren.

Ich ging zurück in mein Zimmer und spielte ein paar Xnet-Spiele. Es gab da eine gute Mehrspieler-Nummer, ein Uhrwerk-Piratenspiel, bei dem man jeden Tag ein paar Aufgaben lösen musste, um die Uhrfedern seiner ganzen Mannschaft neu aufzuziehen und wieder auf Raubzüge gehen zu können. Es war diese Sorte Spiel, die ich hasste, von der ich aber trotzdem nicht wegkam: Viele Aufgaben, die sich wiederholten und nicht sonderlich anspruchsvoll waren, ein paar Kämpfe Spieler gegen Spieler (Klingen kreuzen, um auszufechten, wer das Schiff kommandierte) und nicht gerade viele coole Rätsel zu lösen.

Hauptsächlich verursachte diese Sorte Spiel mir Heimweh nach Harajuku Fun Madness, dieser Kombination aus Rumrennen in der echten Welt, Online-Rätselaufgaben und Strategiesitzungen mit deinem Team.

Aber heute nacht war es genau das, was ich brauchte. Sinnlose Unterhaltung. Mein armer Dad.

Ich hatte ihm das angetan. Vorher war er zufrieden gewesen, zuversichtlich, dass seine Steuerdollars dafür ausgegeben wurden, ihn sicherer zu machen. Ich hatte diese Zuversicht zerstört. Natürlich war es eine falsche Zuversicht, aber es hatte ihn aufrecht erhalten. So wie ich ihn nun sah, am Boden zerstört, fragte ich mich, ob es wohl besser sei, klarsichtig und ohne Hoffnung zu leben oder in einem Paradies der Einfältigen. Diese Scham – dieselbe Scham, die ich seit dem Moment empfunden hatte, als ich meine Passwörter preisgab, als sie mich gebrochen hatten – kehrte zurück, machte mich träge und ließ mich wünschen, nur weit weg von mir selbst zu sein.

Mein Spielcharakter war ein Matrose auf dem Piratenschiff „Zombie Charger“, und er war abgelaufen, während ich offline war. Ich musste alle anderen Spieler auf dem Schiff anbeamen, um einen zu finden, der bereit war, mich wieder aufzuziehen. Das beschäftigte mich. Ich mochte es sogar. Es hat was Magisches, wenn ein völlig Fremder dir einen Gefallen tut. Und weil es das Xnet war, wusste ich, dass alle Fremden hier in gewissem Sinne Freunde waren.

> Woher kommste?

Der Charakter, der mich aufzog, hieß Lizanator, und er war weiblich, obwohl das nicht bedeuten musste, dass eine Frau dahintersteckte. Kerle hatten manchmal eine bizarre Neigung dazu, weibliche Charaktere zu spielen.

>  San Francisco

sagte ich

>  Nein, Idiot, wo in San Fran?

> Warum, biste pervers?

Das war normalerweise das Ende so einer Konversation. Natürlich war jede Spiele-Site voll von Pädos und Pervis sowie von Bullen, die hier als Köder für die Pädos und Perversen unterwegs waren (obwohl ich hoffte, dass es im Xnet keine Bullen gab!) So eine Anschuldigung war in neunzig Prozent aller Fälle genug für nen Themenwechsel.

>  Mission? Potrero Hill? Noe? East Bay?

> Zieh mich bloß auf, ja?

Sie hörte auf, mich aufzuziehen.

>  Hast Angst?

>  Ne, wieso?

>  Nur ne Frage

Ich hatte kein gutes Gefühl mit ihr. Sie war offensichtlich mehr als bloß neugierig. Nenn es Paranoia. Ich loggte mich aus und fuhr die Xbox runter.

[x]

Dad schaute mich am nächsten Morgen übern Frühstückstisch hinweg an und sagte: „Sieht aus, als ob es endlich besser würde“. Er reichte mir den Chronicle, der auf der dritten Seite aufgeschlagen war.

Ein Sprecher der Heimatschutzbehörde bestätigte, dass das Büro in San Francisco in DC eine Budget- und Personalaufstockung um 300 Prozent beantragt habe.

Wie bitte?

Generalmajor Graeme Sutherland, der Kommandierende der DHS-Operationen in Nordkalifornien, bestätigte die Anfrage bei einer Pressekonferenz am Vortag, wobei er angab, dass ein Anstieg verdächtiger Aktivitäten in der Bay Area den Antrag ausgelöst habe. “ Wir verzeichnen einen Zuwachs an Untergrund-Gerede und Aktivitäten und glauben, dass Saboteure absichtlich falsche Sicherheitswarnungen auslösen, um unsere Bemühungen zu unterminieren.“

Ich verdrehte die Augen. Ach du Sch…

„Diese Fehlalarme sind möglicherweise ,Störfeuer‘, die dazu dienen sollen, von tatsächlichen Angriffen abzulenken. Der einzig effektive Weg, sie zu bekämpfen, besteht darin, unser Personal zu verstärken und die Analystenlevel zu erhöhen, so dass wir jede einzelne Spur konsequent verfolgen können.“

Sutherland bemerkte, die Verspätungen überall in der Stadt seien „unglücklich“, und er zeigte sich entschlossen, sie zu beseitigen.

Vor meinem inneren Auge sah ich die Stadt mit vier oder fünf Mal so vielen DHS-Beamten, die alle hergekommen waren, um meine eigenen blöden Ideen anzugehen. Van hatte Recht. Je mehr ich sie bekämpfte, desto schlimmer wurde die Sache.

Dad zeigte auf die Zeitung. „Diese Leute sind vielleicht Idioten, aber sie sind Idioten mit Methode. Die bewerfen das Problem einfach so lange mit Ressourcen, bis sie es lösen. Denn es ist lösbar, weißt du? Sämtliche Daten der ganzen Stadt erheben, jeder einzelnen Spur folgen. Sie werden die Terroristen fangen.“

Ich fasste es nicht. „Dad! Hörst du dir eigentlich selbst zu? Die reden davon, praktisch jeden einzelnen Menschen in ganz San Francisco unter die Lupe zu nehmen!“

„Ja“, sagte er, „stimmt. Und sie werden jeden einzelnen Alimentenbetrüger, jeden Drogendealer, jeden Schmutzfink und jeden Terroristen fangen. Warts nur ab. Das hier könnte sich als das Beste erweisen, was dem Land je passiert ist.“

„Sag mir, dass du Witze machst“, sagte ich. „Ich bitte dich. Glaubst du wirklich, dass sie das haben wollten, als sie die Verfassung geschrieben haben? Und was ist mit der Bill of Rights?“

„Als sie die Bill of Rights geschrieben haben, kannten sie noch keine Datenanalysen“, sagte er. Er war erschreckend abgeklärt dabei, völlig überzeugt davon, im Recht zu sein. „Das Recht auf Versammlungsfreiheit ist ja gut und schön, aber warum sollte es der Polizei nicht erlaubt sein, dein soziales Netzwerk durchzugrasen, um rauszufinden, ob du mit Vergewaltigern und Terroristen abhängst?“

„Weil es meine Privatsphäre beeinträchtigt!“, entgegnete ich.

„Na und, was ist schon dabei? Ist dir Privatsphäre wichtiger als Terroristen?“

Urgs, ich hasste diese Sorte Diskussionen mit meinem Dad. Ich brauchte jetzt einen Kaffee.

„Dad, komm schon. Jemandem die Privatsphäre wegzunehmen hat nichts mit Terroristenfangen zu tun; das ist bloß dazu gut, normale Leute zu ärgern.“

„Woher willst du wissen, dass sie keine Terroristen fangen?“

„Wo sind denn die Terroristen, die sie gefangen haben?“

„Ich bin sicher, wir werden demnächst Verhaftungen erleben. Warts mal ab.“

„Dad, was zum Teufel ist denn seit letzter Nacht mit dir passiert? Du warst kurz vorm Platzen darüber, dass die Bullen dich gestoppt hatten …“

„Nicht in diesem Ton, Marcus. Was seit letzter Nacht passiert ist, ist, dass ich Gelegenheit hatte, über die Sache nachzudenken und dies hier zu lesen.“ Er raschelte mit seiner Zeitung. „Der Grund dafür, dass sie mich abgefangen haben, ist, dass die bösen Jungs ihnen Steine in den Weg legen. Sie müssen ihre Techniken anpassen, um diese Blockaden zu überwinden. Aber das werden sie schaffen. Und bis dahin ist die eine oder andere Straßensperre ein sehr bescheidener Preis. Jetzt ist einfach nicht die Zeit, sich zum Anwalt der Bill of Rights aufzuspielen. Jetzt ist die Zeit, ein paar Opfer zu bringen, um die Sicherheit unserer Stadt zu erhalten.“

Ich brachte meinen Toast nicht mehr runter. Also packte ich den Teller in die Spülmaschine und ging zur Schule. Ich musste einfach nur raus hier.

[x]

Die Xnetter waren nicht glücklich über die verstärkte Polizeiüberwachung, aber sie waren nicht bereit, sie ohne Gegenwehr zu akzeptieren. Irgendjemand rief bei einer Hörertelefon-Sendung auf KQED an und erzählte, die Polizei verschwende bloß Zeit und wir würden das System schneller durcheinanderbringen, als sie es entwirren könnten. Die Aufzeichnung war in dieser Nacht ein Top-Download im Xnet.

„Hier ist California Live, und wir sprechen mit einem anonymen Anrufer aus einer Telefonzelle in San Francisco. Er hat seine eigenen Informationen über die die Verzögerungen, die wir in dieser Woche überall in der Stadt erleben. Anrufer, Sie sind auf Sendung.“

Ja, hey, das ist erst der Anfang, wisst ihr? Ich mein, hey, wir fangen grad erst an. Sollen die doch ne Milliarde Schweine einstellen und Kontrollpunkte an jeder Ecke aufmachen. Wir jammen die alle! Und hey, was soll die Terroristenscheiße? Wir sind keine Terroristen! Ich mein, echt jetzt! Wir blocken das System, weil wir die Heimatschützer hassen und unsere Stadt lieben. Terroristen? Ich kann Dschihad nicht mal buchstabieren. Entspannt euch.“

Er klang wie ein Idiot. Nicht bloß die unzusammenhängenden Wörter, sondern auch sein hämischer Ton. Er klang wie ein Junge, der unanständig stolz auf sich selbst war. Er war ein Junge, der unanständig stolz auf sich selbst war.

Das Xnet schäumte über deswegen. Viele Leute dachten, es sei idiotisch, dass er da angerufen habe, und andere meinten, er sei ein Held. Ich machte mir Sorgen darüber, dass auf die Telefonzelle, die er benutzt hatte, wahrscheinlich eine Kamera gerichtet war. Oder ein RFID-Leser, der seinen Fast Pass ausgeschnüffelt haben könnte. Ich hoffte, der Junge war klug genug gewesen, seine Fingerabdrücke von der Münze zu wischen, die Kapuze aufzubehalten und all seine RFIDs daheim zu lassen. Aber ich bezweifelte es. Und ich fragte mich, ob sie wohl demnächst bei ihm an die Tür klopften.

Ich wusste, dass im Xnet eine große Sache abging, wenn ich plötzlich ne Million E-Mails von Leuten bekam, die M1k3y über die neuesten Entwicklungen informieren wollten. Und grade als ich über Herrn Dschihad-nicht-buchstabieren las, spielte meine Mailbox verrückt. Jeder hatte eine Botschaft für mich, einen Link zu einem Livejournal im Xnet, einem der vielen anonymen Blogs, die auf dem Freenet-Veröffentlichungssystem basierten, das auch von chinesischen Demokratieaktivisten benutzt wurde.

>  Das war knapp

>  Heute abend hingen wir wieder beim Embarcadero rum, um jedem einen neuen Autoschlüssel oder FastPass oder FasTrak zu verpassen und ein bisschen Pseudo-Schießpulver zu verstreuen. Überall waren Bullen, aber wir waren klüger als die; wir waren da so ziemlich jede Nacht und wurden nie erwischt.

> Aber heute haben sie uns erwischt. Blöder Fehler. Wir waren schlampig, und sie haben uns geschnappt. Einer von den Verdeckten hat erst meinen Freund und dann die anderen von uns erwischt. Die hatten die Menge schon lange beobachtet, und die hatten einen von diesen Trucks in der Nähe, da brachten sie vier von uns rein und haben den Rest entwischen lassen.

>  Der Truck war PROPPEVOLL wie ne Sardinendose mit allen Arten von Leuten, alt jung schwarz weiß reich arm alle verdächtig, und zwei Bullen waren drin, die haben versucht, uns Fragen zu stellen, und die Verdeckten brachten immer noch mehr von uns rein. Die meisten Leute versuchten nach vorn in die Reihe zu kommen, um schneller mit der Fragerei durch zu sein, deshalb kamen wir immer weiter nach hinten und wir waren wohl stundenlang da drin und es wurde immer bloß noch voller statt leerer.

>  So um acht abends hatten die Schichtwechsel und zwei neue Bullen kamen rein und schnauzten die anderen Bullen an, so was zum Teufel und macht ihr hier überhaupt irgendwas und so. Die hatten echt Streit und dann verschwanden die alten Bullen und die neuen setzten sich an die Tische und flüsterten ne Weile.

>  Dann stand einer von den Bullen auf und fing an zu brüllen IHR ALLE HIER VERSCHWINDET JETZT EINFACH NACH HAUSE JESUS WIR HABEN BESSERES ZU TUN ALS EUCH FRAGEN ZU STELLEN OB IHR WAS FALSCH GEMACHT HABT MACHTS EINFACH NICHT NOCH MAL UND LASST ES EUCH ALLE EINE WARNUNG SEIN.

>  Ein paar von den Anzügen wurden echt stinkig, das war UMWERFEND weil sie vielleicht zehn Minuten vorher rumgezickt hatten weil sie hier festgehalten werden, und jetzt haben sie rumgezickt weil sie rausgelassen wurden, ich mein, hä?

> Wir haben uns dann ganz schnell verdünnt und sind nach Hause verschwunden, um das hier zu schreiben. Glaubts uns, die Verdeckten sind überall. Wenn ihr zum Jammen geht, dann haltet die Augen offen und seid immer auf dem Sprung, falls es Probleme gibt. Wenn sie euch erwischen, versucht es auszusitzen die sind so beschäftigt dass sie euch vielleicht einfach wieder gehen lassen.

>  Und nur wegen uns sind die so beschäftigt! Die ganzen Leute im Truck waren bloß wegen unseren Störaktionen da. Also: weiterjammen!

Ich hatte das Gefühl, ich müsse mich übergeben. Diese vier Leute – Kinder, die ich nie gesehen hatte -, die wären fast für immer verschwunden wegen einer Sache, die ich angeleiert hatte.

Wegen einer Sache, die ich ihnen aufgetragen hatte. Ich war kein bisschen besser als ein Terrorist.

[x]

Dem DHS wurde die Budgetanforderung bewilligt. Der Präsident war im Fernsehen zusammen mit dem Gouverneur, um uns zu erzählen, dass für Sicherheit kein Preis zu hoch sei. Wir mussten es am nächsten Tag in der Schulaula ansehen. Mein Dad war begeistert. Er hatte den Präsidenten seit dem Tag seiner Wahl gehasst, weil er fand, der sei kein Stück besser als der Typ vor ihm, und der sei ja wohl ein Totalausfall gewesen; aber jetzt fiel ihm nichts anderes mehr ein als zu erzählen, wie entschlossen und dynamisch der Neue doch sei.

„Sei nicht so hart mit deinem Vater“, sagte Mom eines Abends zu mir, als ich von der Schule heimkam. Sie hatte in letzter Zeit möglichst viel von zu Hause gearbeitet. Mom ist eine freiberufliche Übersiedelungsexpertin und hilft englischen Landsleuten, sich in San Francisco einzugliedern. Die UK High Commission bezahlt sie dafür, E-Mails von entgeisterten Briten im ganzen Land zu beantworten, die nicht damit klarkommen, wie völlig durchgeknallt wir Amerikaner sind. Sie verdient also ihr Geld damit, Amerikaner zu erklären, und sie sagte, dass es in diesen Tagen besser sei, das von daheim zu tun, wo sie keinem Amerikaner leibhaftig begegnete oder mit ihm sprechen müsste.

Ich hab keine Illusionen über Großbritannien. Okay, Amerika ist vielleicht bereit, die Verfassung in die Tonne zu treten, sobald irgendein Dschihadist uns schief anguckt; aber wie ich in meinem freien Gesellschaftskunde-Projekt in der Neunten gelernt habe, haben die Briten noch nicht mal eine Verfassung.

Und sie haben Gesetze, die dir die Haare auf den Zehen kräuseln: Sie können dich da für ein ganzes Jahr in den Knast stecken, wenn sie wirklich total sicher sind, dass du ein Terrorist bist, ohne das aber beweisen zu können. Aber wie können sie so sicher sein, wenn sie keine Beweise haben? Wie kommen sie dazu? Haben sie dich in einem total lebendigen Traum dabei beobachtet, wie du terroristische Akte begehst?

Und die Überwachung in Großbritannien ließ Amerika wie nen blutigen Anfänger aussehen. Der durchschnittliche Londoner wird 500 Mal am Tag fotografiert, einfach dabei, wie er die Straße entlangläuft. Jedes Nummernschild wird an jeder Ecke des Landes fotografiert. Jeder, von den Banken bis zum Verkehrsunternehmen, ist total heiß drauf, dich zu tracken und dich zu verpetzen, wenn du auch nur im entferntesten verdächtig wirkst.

Aber Mom sah das nicht so. Sie hatte Großbritannien vor dem Highschool-Abschluss verlassen und war hier nie heimisch geworden, obwohl sie einen Jungen aus Petaluma geheiratet und einen Sohn hier großgezogen hatte. Für sie war dies hier für immer das Land der Barbaren, und Großbritannien würde auf ewig ihre Heimat sein.

„Mom, er liegt aber einfach daneben. Du solltest das noch am ehesten wissen. Alles, was dieses Land mal groß gemacht hat, wird durchs Klo gespült, und er findet das völlig in Ordnung. Hast du gemerkt, dass sie noch keinen einzigen Terroristen geschnappt haben? Dad sagt immer nur ,wir müssen sicher sein‘, aber er muss doch mal begreifen, dass sich die meisten von uns kein Stück sicher fühlen. Wir fühlen uns die ganze Zeit nur bedroht.“

„Ich weiß das alles, Marcus. Glaub mir, ich bin nicht begeistert davon, was mit diesem Land geschieht. Aber dein Vater ist…“ Sie brach ab. „Als du nach den Angriffen nicht nach Hause kamst, da dachte er …“

Sie stand auf und machte sich eine Tasse Tee – etwas, was sie immer tat, wenn sie sich unwohl oder verunsichert fühlte.

„Marcus“, sagte sie dann, „Marcus, wir glaubten, du seiest tot. Begreifst du das? Wir haben tagelang um dich getrauert. Wir haben uns vorgestellt, wie du in Stücke gebombt auf dem Meeresgrund liegst. Tot, weil irgendein Mistkerl der Meinung war, Hunderte ihm unbekannte Leute töten zu müssen, nur um irgendwas zum Ausdruck zu bringen.“

Das musste ich erst mal verdauen. Ich meine, klar hatte ich begriffen, dass sie sich Sorgen gemacht hatten. Eine Menge Leute waren bei den Bombenanschlägen gestorben – die aktuelle Schätzung lag bei viertausend -, und praktisch jeder kannte jemanden, der an diesem Tag nicht nach Hause gekommen war. An meiner Schule waren zwei Leute verschwunden.

„Dein Vater war so weit, jemanden zu töten. Irgendwen. Er war völlig außer sich; so hast du ihn noch nie gesehen. Nicht mal ich habe ihn schon mal so gesehen. Völlig außer sich. Er saß immer nur hier am Tisch und fluchte und fluchte und fluchte. Gemeine Worte, die ich ihn noch nie hatte sagen hören. An dem einen Tag – am dritten Tag – rief jemand an, und er war sicher, dass du es warst, aber es hatte sich bloß jemand verwählt, und da schmiss er das Telefon so in die Ecke, dass es in tausend Teile zerfallen ist.“ Ich hatte mich schon gefragt, weshalb das Telefon in der Küche neu war.

„Irgendetwas ist in deinem Vater zerbrochen. Er liebt dich. Wir lieben dich beide. Du bist das Allerwichtigste in unserem Leben, und ich glaube nicht, dass dir das klar ist. Erinnerst du dich, als du zehn warst, als ich für diese lange Zeit heim nach London ging? Erinnerst du dich?“

Ich nickte stumm.

„Damals waren wir so weit, uns scheiden zu lassen, Marcus. Oh, es ist jetzt egal, warum. Wir hatten bloß eine ganz schlechte Phase, wie das eben passiert, wenn Leute, die sich lieben, sich für ein paar Jahre nicht mehr richtig umeinander kümmern. Und er kam rüber zu mir und überzeugte mich, dass ich deinetwegen zurückkommen müsse. Wir konnten den Gedanken nicht ertragen, dir das anzutun. Deinetwegen haben wir uns wieder ineinander verliebt. Und deinetwegen sind wir heute noch zusammen.“

Jetzt hatte ich einen Kloß im Hals. Das hatte ich nicht gewusst. Das hatte mir nie jemand gesagt.

„Für deinen Vater ist das jetzt eine schwere Zeit. Er ist nicht richtig er selbst. Es wird eine Weile dauern, bis er wieder zu uns zurückkommt; bis er wieder der Mann ist, den ich liebe. Bis dahin müssen wir versuchen, ihn zu verstehen.“

Sie umarmte mich eine Weile, und ich bemerkte, wie dünn ihre Arme geworden waren und wie faltig die Haut in ihrem Nacken. Wenn ich an meine Mutter dachte, sah ich sie immer jung, blass, mit rosigen Wangen und einem strahlenden Lächeln vor mir, wie sie schlau durch ihre metallgefassten Brillengläser schaut. Jetzt sah sie aus wie eine alte Frau. Ich hatte ihr das angetan. Die Terroristen hatten ihr das angetan. Die Heimatschutzbehörde hatte ihr das angetan. Auf eine merkwürdige Weise waren wir alle auf der gleichen Seite, und Mom und Dad und all die Leute, deren Daten wir manipuliert hatten, waren auf der anderen Seite.

[x]

In dieser Nacht konnte ich nicht schlafen. Moms Worte schwirrten durch meinen Kopf. Dad war beim Abendessen angespannt und schweigsam gewesen, und wir hatten kaum ein Wort gewechselt, weil ich Angst hatte, ein falsches Wort zu sagen, und weil er sehr erregt über die neuesten Meldungen war, nach denen Al Kaida definitiv für die Bombenanschläge verantwortlich war. Sechs verschiedene Terrorgruppen hatten Verantwortung für die Angriffe übernommen, aber nur das Internetvideo von Al Kaida enthielt Informationen, von denen das DHS sagte, man habe sie nicht öffentlich gemacht.

Ich lag im Bett und hörte eine Late-Night-Anrufshow im Radio. Das Thema war Sexprobleme, mit diesem schwulen Typ, den ich normalerweise total gern hörte, weil er den Leuten ziemlich derbe, aber gute Tipps gab und sehr lustig und schwülstig war.

Heute Nacht konnte ich nicht lachen. Die meisten Anrufer wollten wissen, wie sie damit umgehen sollten, dass sie seit den Attentaten mit ihren Partnern nicht mehr in die Gänge kamen. Nicht mal im Sexprogramm im Radio war ich vor diesem Thema sicher.

Ich schaltete das Radio aus und hörte unten auf der Straße einen Motor schnurren.

Mein Schlafzimmer ist im obersten Stock unseres Hauses, einer dieser lackierten Ladies. Ich habe ein Schrägdach und Fenster auf beiden Seiten; eins davon überblickt den gesamten Mission-Distrikt, das andere die Straße vor unserem Grundstück. Dort fuhren zu allen Nachtstunden Autos vorbei, aber dieses Motorengeräusch war irgendwie anders.

Ich ging zum Straßenfenster und zog die Jalousien hoch. Auf der Straße unter mir war ein weißer, unbeschrifteter Lieferwagen, dessen Dach mit mehr Antennen verziert war, als ich jemals auf einem Auto gesehen hatte. Es fuhr sehr langsam die Straße runter, wobei sich eine kleine Schüssel obendrauf permanent drehte.

Während ich zusah, hielt der Wagen an, und eine der Hecktüren klappte auf. Ein Typ in einer DHS-Uniform – die erkannte ich mittlerweile auf hundert Meter – trat auf die Straße. Er hatte irgendein mobiles Gerät in der Hand, dessen blaues Leuchten sein Gesicht erhellte. Er ging auf und ab, suchte erst bei meinen Nachbarn, machte Notizen auf seinem Gerät und kam dann in meine Richtung. Es war etwas Vertrautes in der Art, wie er ging, runterschaute…

Er benutzte einen WLAN-Schnüffler! Das DHS suchte nach Xnet-Knoten. Ich ließ die Jalousien runter und flitzte quer durch den Raum zu meiner Xbox. Ich hatte sie angelassen, um ein paar coole Animationen runterzuladen, die einer der Xnetter aus der Kein-Preis-zu-hoch-Rede des Präsidenten gemacht hatte. Ich riss den Stecker aus der Dose, dann sauste ich zurück zum Fenster und öffnete die Jalousien nur einen Spalt breit.

Der Typ schaute wieder auf seinen Sniffer und ging vor unserem Haus auf und ab. Einen Moment später stieg er wieder in den Lieferwagen und fuhr an.

Ich holte meine Kamera raus und schoss so viele Bilder wie möglich von dem Auto und seinen Antennen. Dann öffnete ich die Fotos in dem freien Bildbearbeitungsprogramm GIMP und retuschierte aus den Bildern alles außer dem Van heraus, die ganze Straße und alles, was mich identifizieren könnte.

Dann lud ich sie ins Xnet hoch und schrieb dazu alles über den Lieferwagen, was mir einfiel. Diese Typen waren definitiv auf der Suche nach dem Xnet, darauf würde ich wetten.

Jetzt konnte ich wirklich nicht mehr schlafen.

Da blieb mir nichts übrig, als Aufziehpiraten zu spielen. Selbst um diese Zeit würde man da noch jede Menge Spieler treffen. Der echte Name von Aufziehpiraten war Clockwork Plunder, und es war ein Amateur-Projekt von jungen Death-Metal-Freaks aus Finnland. Mitspielen war dort völlig gratis, und es machte genauso viel Spaß wie jedes der 15-Dollar-pro-Monat-Angebote wie Ender’s Universe, Middle Earth Quest oder Discworld Dungeons.

Ich loggte mich wieder ein, und da war ich, immer noch an Deck der „Zombie Charger“, und wartete auf jemanden, der mich aufziehen würde. Ich hasste diesen Teil des Spiels.

>  He du

tippte ich einen vorbeikommenden Piraten an.

> Ziehst mich auf?

Er blieb stehen und schaute mich an.

> Was hab ich davon?

> Wir sind im selben Team. Und du kriegst Erfahrungspunkte.

Was fürn Depp.

> Wo kommst du her?

>  San Francisco

Das fing an, mir bekannt vorzukommen.

> Wo in San Francisco?

Ich loggte mich aus. Irgendwas lief in dem Spiel grade ziemlich schräg. Ich sprang rüber zu den Livejournalen und fing an, Blog auf Blog zu durchwühlen. Nach einem halben Dutzend entdeckte ich etwas, das mir das Blut gefrieren ließ.

Blogger lieben Quizspiele. Welche Sorte Hobbit bist du? Bist du ein großer Liebhaber? Welchem Planeten bist du am ähnlichsten? Welcher Film-Charakter bist du? Was ist dein emotionaler Typus? Sie füllen die Fragebögen aus, und ihre Freunde füllen sie aus, und dann vergleichen alle ihre Ergebnisse. Harmlose Späßchen.

Aber das Quiz, das heute Nacht die Blogs beherrschte, war es, was mir Angst einjagte, denn es war alles andere als harmlos:

Welches ist dein Geschlecht?
In welcher Klasse bist du?
In welche Schule gehst du?
Wo in der Stadt lebst du?

Die Quizseiten übertrugen die Ergebnisse auf eine Landkarte mit farbigen Pins für Schulen und Stadtviertel und lieferten dürftige Empfehlungen, wo man dort Pizza und Zeug kaufen konnte.

Aber seht euch mal die Fragen an. Nehmt mal meine Antworten:

Männlich
12
Chavez High
Potrero Hill

Es gab bloß zwei Leute in meiner Schule, auf die das Profil passte. An den meisten anderen Schulen würde es genauso sein. Wenn du rausfinden wolltest, wer die Xnetter waren, könntest du sie mit diesen Quizfragen alle finden.

Das war schon schlimm genug, aber schlimmer war, was es bedeutete. Jemand vom DHS benutzte das Xnet, um an uns ranzukommen. Das Xnet war vom DHS unterwandert.

Wir hatten Spione in unserer Mitte.

Ich hatte Hunderten von Leuten Xnet-DVDs gegeben, und die hatten wieder dasselbe getan. Die Leute, denen ich die Scheiben gegeben hatte, kannte ich einigermaßen gut. Mein ganzes Leben hatte ich immer im selben Haus gewohnt und über die Jahre Hunderte von Freunden kennen gelernt, von denen, die mit mir bei der Tagesmutter gewesen waren bis zu denen, mit denen ich gekickt hatte; LARPer, solche, die ich in Clubs getroffen hatte, solche, die ich aus der Schule kannte. Mein ARG-Team, das waren meine engsten Freunde, aber es gab noch viel mehr, denen ich genug vertraut hatte, um ihnen eine Xnet-DVD zu geben.

Die brauchte ich jetzt.

Ich weckte Jolu, indem ich ihn auf dem Handy anrief und nach dem ersten Mal auflegte, und das drei Mal hintereinander. Eine Minute später war er im Xnet, und wir konnten einen geschützten Chat halten. Ich wies ihn auf meinen Blogeintrag über die Funk-Lieferwagen hin, und eine Minute später war er völlig außer sich wieder da.

>  Bist du sicher, die suchen nach uns?

Als Antwort schickte ich ihn zu dem Quiz.

>  Oh Gott, wir sind geliefert

>  Ne, so schlimm noch nicht, aber wir müssen rauskriegen, wem wir trauen können

> Wie?

>  Das wollte ich dich fragen; wie vielen Leuten kannst du echt bedingungslos vertrauen?

>  Hm, 20 oder 30 vielleicht

>  Ich will eine Truppe von wirklich vertrauenswürdigen Leuten zusammentrommeln und ein Web of Trust mit Schlüsseltausch machen

Ein Web of Trust („Netz des Vertrauens“) ist eins dieser coolen Krypto-Dinger, von denen ich schon gelesen, sie aber noch nie ausprobiert hatte. Es ist eine nahezu narrensichere Methode, dich so mit den Leuten zu unterhalten, denen du vertraust, dass garantiert kein anderer mithören kann. Das Problem ist, dass du dich mit den Leuten im Netz mindestens einmal physisch treffen musst, um das Ding in Gang zu bringen.

>  Schon kapiert. Nicht schlecht. Aber wie kriegen wir alle fürs Schlüsselsignieren zusammen?

>  Das wollte ich dich fragen – wie machen wirs, ohne hopsgenommen zu werden?

Jolu tippte ein paar Wörter und löschte sie wieder, dann tippte er mehr und löschte noch mal.

>  Darryl wüsste was

tippte ich

>  Gott, mit diesen Sachen war er gut

Jolu tippte erst mal gar nichts. Dann schrieb er

>  Und was wäre mit ner Party? Wenn wir uns alle treffen wie Teenager, die sich zu ner Party treffen, dann haben wir eine Ausrede, wenn jemand vorbeikommt und wissen will, was wir machen

>  Das würde absolut klappen! Jolu, du bistn Genie

>  Ich weiß. Und jetzt kommts noch besser: Ich weiß auch schon, wo wirs machen

>  Wo?

>  Sutro Baths!

………………………………………………………………………………………………
Kapitelübersicht
Kapitel 8 | Start | Kapitel 10
………………………………………………………………………………………………
Cory DoctorowLittle Brother
{ Download: HTMLTXTPDFEPUBMOBIPDBPRCAZW }
………………………………………………………………………………………………

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: