Videoüberwachung hilft gegen Verbrecher

Videoueberwachung

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte das Motto bereits 2006 vorgegeben: Null Toleranz bei Innerer Sicherheit. Sie plädierte damals unter anderem für den Ausbau der Videoüberwachung, um besser gegen Zweite-Reihe- und Gehwegparker vorgehen zu können.

Dass Politiker erstaunlicherweise immer noch eine Vorbildfunktion für manche erfüllen, zeigt dieser Fall einer Volksbank-Kundin aus Baden-Württemberg. Die Stuttgarter Zeitung berichtet in ihrer heutigen Ausgabe von einem kuriosen Vorfall:

Die Stuttgarter Volksbank hat einer Kundin eine Rechnung für Reinigungskosten geschickt. Aufgrund der Videoüberwachung sei festgestellt worden, dass es bei ihrem Besuch zu einer Verunreinigung gekommen sei.


Die dreieinhalbjährige Tochter der Frau war vor der Bankfiliale in einen Hundehaufen getreten, und hatte damit den Steinfussboden des Vorraums verschmutzt. Die Bank ermittelte die Übeltäterin mittels Videoüberwachung, und sendete ihr eine Rechnung für Reinigungskosten in Höhe von 52,96 Euro.

Ja, Videoüberwachung dient wirklich der Inneren Sicherheit, auch ich muss das inzwischen anerkennen. Hätte die Bank auch noch den öffentlichen Raum am Eingang filmen dürfen, hätte man sogar noch den vierbeinigen Übeltäter dingfest machen können. Womit dann auch der Äusseren Sicherheit gedient gewesen wäre. Aber keine Sorge, daran arbeitet Dr. Seltsam bereits.

via: [fefe]

Nachtrag vom 06.02.2008:

Wie die Stuttgarter Nachrichten gestern abend online berichten, scheint die Verschmutzung nicht von einem Hundehaufen zu stammen:

Die Bank stellt den Vorgang anders dar. „Es hat sich nicht um einen Hundehaufen gehandelt, der von außen hereingetragen wurde“, sagt Sprecherin Isabell Sprenger.

Vielmehr habe es sich um „eine massive Verunreinigung durch das Kind“ gehandelt. Auf Videoaufzeichnungen sei das klar zu erkennen und die Kundin habe auch bemerkt, dass sich die Tochter erleichtert hat.

Da scheinen sich ja die zwei richtigen gefunden zu haben…

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3 Kommentare »

  1. Clemens said

    Darf man denn die Aufzeichnung einer Videoüberwachung in jedem Fall auswerten? Gibt es keinerlei Beschränkung, wann auf die Daten zugegriffen werden darf? Ich hätte erwartet, dass die Daten nur in bestimmten Fällen ausgewertet werden dürfen, z.B. bei einem Banküberfall.

  2. rollmops said

    Eben, und das versuchen die Datenschützer gerade zu klären, weswegen die Bank das – einem neueren Bericht der Stuttgarter Zeitung nach – jetzt anders darzustellen versucht.

  3. pEtEr said

    Da passt der Claim der Bank „Wir machen den Weg frei“ wie Arsch auf Eimer.
    Es fehlt hat nur das Kleingeschriebe: „Selbstverständlich auf Ihre Kosten“

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