wii Remote als 3D-Portal in die Zukunft?

wii-Rollmops
Rollmops on TV via wii

Als sich vor ein paar Monaten ein guter Freund Nintendos neue Spielkonsole wii gekauft hatte, habe ich mich begierig auf das neue Spielzeug gestürzt. Obwohl ich eigentlich keinerlei Bezug zu Spielekonsolen habe, ich war immer PC-Zocker, hat es mich doch sehr interessiert, was diese Konsole so besonders macht, dass jeder von ihr spricht.

Nintendos wii hebt sich vor allem durch ein Merkmal von allen anderen Spielekonsolen ab: Spiele werden hauptsächlich über einen kabellosen Controller gesteuert, der seine mit Infrarotsensoren ermittelte Position über Bluetooth mit der Konsole austauscht. Durch dieses simple System der Interaktion sollen Spiele direkter und einfacher bedienbar werden.

So reizvoll das ganze Gerät auch gestaltet ist, und so interessant die Kombination von Infrarot und Bluetooth zur interaktiven Bedienung auch sein mag, als Ganzes hat Nintendo das prinzipiell geniale wii-Konzept komplett verpfuscht. Und das liegt nur an wenigen Punkten…

Doch vorab etwas, was mir persönlich am meisten gefallen hat, und was meiner Meinung nach die Konsole wirklich besonders machen könnte, wären da nicht Nintendos verkrampfte Ängste im Spiel.

Das Gerät ist klein und schick. Kaum grösser als ein CD-Laufwerk, macht es in seinem weissen Outfit mit dezent blauer Beleuchtung neben jedem TV im Wohnzimmer ein gute Figur. Soweit so zielgruppennah.

Ganz besonders interessant finde ich aber immer, welche Schnittstellen ein Gerät bietet, denn diese ermöglichen erst einen ganz eigenen kreativen Umgang damit. Hier findet sich bei der wii vorne ein SD-Kartenslot, den ich sofort mit ein paar frisch geschossenen Fotos aus meiner Digicam beglückte, um zu sehen was man damit machen kann.

Und war erstaunt und sehr positiv überrascht, dass die wii die Fotos extrem schnell und komfortabel darstellt. Sogar auf der Karte vorhandene Videoclips werden einwandfrei und sehr schnell wiedergegeben. Das beste ist jedoch, dass ich sowohl Fotos wie auch Videos während der Wiedergabe bearbeiten kann, und mit ein paar ganz witzigen Effekten versehen kann.

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wii-paint

Beim ersten ausprobieren dieser Funktionen, alles ohne noch auch nur einen Blick in das Handbuch geworfen zu haben, erweist sich das spielerische Bearbeiten der persönlichen Fotos und Videos als der Renner. Vor allem Kinder können davon nicht genug kriegen, und die intuitive Bedienung erweist sich als optimal für diesen Zweck. Erstaunlich, ist das Ding doch eigentlich nicht primär für sowas geschaffen.

Was läge also näher, als den ebenso vorhandenen USB-Anschluss auf der Rückseite der wii zum anschliessen einer USB-Wechselplatte zu verwenden. So hätte man seine ganzen Videos und Fotos immer zum ansehen oder spielerischen bearbeiten griffbereit, und braucht dazu keinen klobigen PC.

Aber nein, über den USB-Anschluss könnten findige Hacker ja anfangen, die von Nintendo vorgesehene Funktionalität der Konsole zu erweitern. Deswegen kann man die USB-Buchse der wii nur für irgendwelches proprietäres Zubehör verwenden, womit das ein nutzloses Loch auf der Rückseite geworden ist, das zufällig wie ein USB-Anschluss aussieht.

  • Der Preis für die wiimote-Controller ist zu hoch
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    Der Name „wii“ steht für „wir“ und soll die klare Ausrichtung auf ein gemeinschaftliches Spielerlebnis vermitteln. Abgesehen davon, dass mir persönlich noch kein Spiel untergekommen ist, das für mehr als 2 Personen spielbar wäre, fallen pro Controller satte 40.- Euro an. Ein wiimote ist bei jeder Konsole dabei, so kostet eine Aufrüstung für 4 Spieler immer noch mindestens 120.- Euro zusätzlich.
  • Die wii bietet keine offenen Schnittstellen
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    Die Entwicklungsabteilung eines Produktes mag noch so kreativ sein, wird das Produkt angenommen, entstehen bei den Nutzern tausende neue Verwendungsideen dafür. Lässt ein Hersteller, gerade für ein spielerisch verwendetes Gerät, dies nicht zu, verbaut er sich ein enormes Entwicklungspotential.
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    Sonys MD-Player-Desaster hat das bereits vorgemacht: ein an sich hervorragendes Produkt verleugnet jahrelang, das sich MP3 als digitales Musikformat durchgesetzt hat, und verschwindet deshalb vom Markt.
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    Nintendo hat der wii trotz der kleinen Bauform zwar alle möglichen Anschlüsse für ältere Controller spendiert (deren Sinn sich mir auch nicht erschliesst, welcher Controller hält schon ewig), hat es aber versäumt, das Potential dieser Konsole – gerade bei der anvisierten Zielgruppe der bisherigen Nichtspieler – zu nutzen.
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    Die wii bietet über wLan keine NAS-Funktionalität, mit der sie in Verbindung mit beispielsweise einer grossen externen USB-Festplatte als zentraler Medienserver im Wohnzimmer fungieren könnte. Sie kann auch nicht als DVD-Player genutzt werden.

Da gibt es nun also ein völlig neuartiges Bedienkonzept, das aber an eine vom Hersteller weitgehend völlig abgeriegelte Konsole gekoppelt ist. Das ist äusserst ärgerlich und dumm, aber findige Hacker konzentrieren sich dann eben auf den Teil, der Zugang zu Modifikationen bietet – der Controller. Und was dabei an faszinierenden neuen Ideen entstehen kann, zeigt diese Demonstration des amerikanischen Programmierers Johnny Chung Lee, der den wii-Remote-Controller (wiimote) völlig neuartig einsetzt:


Direktlink

Er vertauscht hier einfach Infrarotsender und Empfänger, koppelt den wiimote per Bluetooth an einen PC, auf dem ein selbstgeschriebenes Programm läuft, das statische Bilder als virtuelle Welten erlebbar macht. Die beiden in dem Video gezeigten Beispiele sehen sehr vielversprechend aus, und ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Konzept noch einige interessante Anwendungen hervorbringt. Notfalls auch ohne Nintendos wii.

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