ePass: Pleiten, Pech & Pannen

Biometrischer-Reisepass

Gut ein Monat wird er nun schon ausgegeben, der neue ePass mit digitalisierten Fingerabdrücken, und schon häufen sich kritische Pannen. Bei Überprüfungen von Datenschützern in verschiedenen Meldeämtern offenbarten sich jetzt erhebliche Mängel in der Anwendung datenschutzrechtlicher Verfahren:

Gravierende Mängel bei Passstellen

Nach einer schriftlichen Anfrage bei weiteren Passausgabestellen des Landes kam er zu dem Ergebnis, dass „in keinem Fall die datenschutzrechtlichen Bestimmungen eingehalten“ worden seien.

Ein vom Bundesamt für Informationssicherheit und dem Bundesinnenministerium verabredeter Sicherheitsstandard zur Datenübertragung an den Hersteller der Pässe, die Bundesdruckerei, komme gar nicht erst zur Anwendung.

die tageszeitung,
05.12.2007

Und die Berliner Zeitung berichtet:

Offenbar schwere Panne bei elektronischen Pässen

[..] wonach Bürger mit den bundesweit eingesetzten Geräten nicht wie vorgeschrieben überprüfen können, ob alle ihre elektronischen Daten im Pass korrekt erfasst wurden. Demnach kann mit den Geräten nicht geprüft werden, ob die gespeicherten Fingerabdrücke eventuell verwechselt wurden.

Berliner Zeitung,
04.12.2007

Die Befürchtungen von Datenschützern und Sicherheitsfachleuten scheinen sich somit schneller bestätigt zu haben, als es die Befürworter dieser masslosen digitalen Erfassung wahr haben wollten.

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2 Kommentare »

  1. Verbindulix said

    Ja, Ja, die Deutschen und ihre Pannen. Ich erinnere nur an die LKW-Maut,eine Panne nach der anderen.Wenn man mich fragt ist das sowieso alles nur Abzocke.
    Alles larifari und schlammpig durchgesetzt. So kann es schon mal passieren, daß einige neu eingeführte Bestimmungen die seltsamsten Blüten zu Tage fördern. Meine beiden Nichten z.B. 4 und 8 Jahre alt,(leben in Strassbourg im Elsass) brauchten für einen Schulausflug nach Deutschland einen neuen Kinderpass mit biometrischen Passbildern natürlich. Die beiden sahen ziemlich traurig auf den Bildern aus (sie durften ja nicht lachen). Der ganze Spaß hat dann rund einhundert Euro verschlungen.

  2. rollmops said

    Ja, solche Beispiele demonstrieren recht gut, dass man staatlichen IT-Grossprojekten gegenüber grundsätzlich skeptisch eingestellt sein sollte. Vor allem ist mir keines bekannt, welches in der Praxis fehlerfrei funktioniert hätte.

    Beim Reisepass ärgert mich das ganz besonders, weil es meine persönliche Lebensgestaltung (Reisefreiheit) sehr massiv einschränkt, wenn das Merkel meint, die BRD wieder zur DDR machen zu müssen. Ich mache diese Frau persönlich dafür verantwortlich – sie ist schliesslich Chefin dieses Berliner Trottelhaufens, und unterstützt diese Entwicklung sogar noch.

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