Wiener Julirevolte – 15. Juli 1927

………………………………………………………………………………………………

Neue Kategorie Geschichte

Der heutige Beitrag eröffnet eine neue Kategorie, in der ich in loser Folge an bestimmte historische Ereignisse erinnern möchte. Kernpunkt dieser Ereignisse werden Momente in der europäischen Politik des letzten Jahrhunderts sein, wo Militär gegen Bürger des eigenen Landes eingesetzt wurde.

Diese historischen Beispiele sollen verdeutlichen, wie problematisch dieses Thema ist, und warum auch heute noch entschiedener Widerstand gegen solche Bestrebungen der Regierungen angebracht ist. Denn die Umstände mögen völlig andere sein, die Mechanismen bleiben jedoch diesselben.

Der Blick zurück ist dabei nicht nur hilfreich, sondern geradezu notwendig, um die Gefahren aktueller politischer Entwicklungen richtig einschätzen zu können – denn Geschichtsbewusstsein kann vor Wiederholungen schützen.

………………………………………………………………………………………………

Wiener-Justizpalast-1927

Heute vor 80 Jahren, am 15 . Juli 1927, brannte im österreichischen Wien der Justizpalast. Der Auslöser war eine Demonstration von Arbeitern, welche ein gefälltes Urteil als ungerecht empfanden. Das Bundesheer wurde damals nur deswegen nicht gegen die demonstrierenden Bürger eingesetzt, weil die Loyalität der Soldaten angezweifelt wurde. Aber es wurden Militärwaffen an die Polizisten ausgegeben – mit verheerenden Folgen. Fast 90 tote Zivilisten und über 500 Verletzte sind das Ergebnis eines eskalierten Polizeieinsatzes, welcher entscheidende Auswirkungen auf die weitere Entwicklung dieser jungen Republik haben sollte.

Direktlink

Die Tageszeitung Junge Welt berichtet:

Wiener Polizei erschießt am 15. Juli 1927 Arbeiter bei Demonstrationen

Am 15. Juli 1927 war Wien Schauplatz eines Ereignisses, das in der Geschichte staatlicher Repression gegen Demonstranten an Brutalität seinesgleichen sucht. Am Ende dieses Tages hatte die Polizei 85 Menschen erschossen. Die Zahl der Verletzten, die nie genau ermittelt werden konnte, belief sich nach Schätzungen zwischen 548 und 1057 Personen.

Junge Welt,
14.07.2007

Das Weblexikon der Wiener Sozialdemokratie schreibt zur Wiener Julirevolte:

Nachdem die Demonstranten in der Nähe des Parlaments einen kleinen Trupp Polizisten verjagt hatten, ließ Polizeipräsident Schober berittene Polizei mit blanken Säbeln gegen die Arbeiter vorgehen.

Nun stürmte die aufgebrachte Menge den Justizpalast; Aktenberge wurden in Brand gesetzt und bald schlugen Flammen aus dem Gebäude. Auch eine Polizeiwache und das Redaktionsgebäude der christlichsozialen „Reichspost“ gingen in Flammen auf.

Obwohl die Parteiführung sich immer noch intensiv bemühte, weitere Ausschreitungen zu verhindern, eröffneten nun 600 bewaffnete Polizisten das Feuer auf die Menge.

Weblexikon der Wiener Sozialdemokratie

Und heute? Tornados gegen die Demonstranten in Heiligendamm und verheimlichen der Ausmaße dieses Einsatzes gegenüber dem Parlament:

………………………………………………………………………………………………

Weitere Artikel zum Thema:

Mehr zum Thema / Related articles:

Kategorie VIDEOS anzeigen Politik Kategorie GESCHICHTE anzeigen

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: