Reiseland USA?

USA

Im Reiseteil der Süddeutschen Zeitung von letzter Woche findet sich ein hervorragender Artikel zum Thema USA-Urlaub und Datenschutz. Anhand des neuesten Datenaustauschabkommens zwischen der EU und den USA schildert der Autor Hans Gasser, welche Mengen an Daten bei einer Einreise gesammelt werden, und wie unklar deren weiterer Verbleib ist. Ein eindrucksvolles Beispiel liefert gleich die Einleitung zum Artikel:

Einreise in die USA – Der gläserne Passagier

Angenommen, man fliegt von Frankfurt nach New York, für zehn Tage, zur Stadtbesichtigung. Angenommen, man heißt nicht Müller oder Schmidt, sondern Vatankhah und ist zufällig in Teheran geboren. Weiter angenommen, man bezahlt den Flug mit Kreditkarte von seinem Konto, auf das vor kurzem ein größeres Honorar eingegangen ist für eine freiberufliche Tätigkeit.

Wenn man dann noch im Flugzeug statt Schwein lieber Fisch nimmt, dann kann es gut sein, dass man auf dem JFK-Flughafen erst einmal in einer kleinen Kammer von Beamten ein paar Stunden befragt wird.

Und wenn man dann nicht besonders kooperativ ist, weil man nicht einsieht, warum dafür ein paar Stunden des Urlaubs geopfert werden sollten, können daraus auch schnell mal zwei, drei Tage werden. Und man könnte zum Rückflug gezwungen weden, ohne je die Freiheitsstatue zu Gesicht bekommen zu haben.

Süddeutsche Zeitung,
12.07.2007

Mir ist es unverständlich, wie überhaupt noch jemand so ein Risiko bei seiner Urlaubsplanung in Kauf nimmt. Aber wie der Autor schreibt, hat das Reiseaufkommen von Deutschland in die USA in den letzten sieben Jahren um 600 000 Personen abgenommen. Wahrscheinlich müssen es aber noch weniger USA-Urlauber werden, bis sich an dem amerikanischen Datenhunger etwas ändert.

Zu dem Thema hatte die SZ bereits auch im Dezember 2006 einen sehr lesenswerten Artikel:

USA spionieren Fluggäste aus

Die USA sammeln seit vier Jahren heimlich Details aus dem Leben von Passagieren und bewerten deren Sicherheitsrisiko. Die Behörden speichern die geheimen Daten 40 Jahre lang. Alle können sie einsehen – nur die Betroffenen nicht.

Süddeutsche Zeitung,
01.12.2006

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Politik

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