Jung kämpft jetzt selbst am Hindukusch…

Bundeswehr-Hindukusch

… für seinen Verteidigungsetat. Wie heute alle Medien ausgerechnet der Bild am Sonntag nachplappern, setzt unser Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) in Afghanistan sogar sein Leben aufs Spiel:

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) ist bei einem Besuch in Kabul Anfang Juni nur knapp einem Anschlag entgangen. Die Terrordrohungen seien „sehr konkret“ gewesen, hieß es im Ministerium.

Financial Times Deutschland,
24.06.2007

Die Frage ist nur, für was? Und was hat er dort eigentlich erwartet? Jubelnde, Deutschland-Fahnen schwenkende Afghanen? Nachdem bereits jeder Politiker, der an dieser sogenannten Friedensmission beteiligten Länder, bei seinen Besuchen dort solchen Bedrohungen ausgesetzt war, wäre es vermessen eine andere Reaktion zu erwarten.

Warum wird aber dann so eine relativ belanglose Meldung ausgerechnet drei Wochen später an einem Sonntag in einem Boulevardblatt forciert? Die Antworten können vielfältig sein, eine der Antworten findet sich aber, wenn man ein paar Wochen zurückblickt. Seit Monaten schon versucht unser Verteidigungsminister dem Bundestag mehr Geld für seine Truppe aus dem Ärmel zu kitzeln. Leider vergeblich, bisher:

Trotz der Warnung der Bundeswehrspitze vor einer Unterfinanzierung kann sich die Truppe kaum Hoffnungen auf mehr Geld machen. „Da geht nicht viel“, hieß es am Wochenende in Koalitionskreisen.

Financial Times Deutschland,
16.04.2007

Um dann im Juni konkreter zu werden:

Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU) und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) wollen ihre Etats gegenüber dem laufenden Jahr um jeweils knapp 1 Mrd. Euro aufstocken.

Financial Times Deutschland,
20.06.2007

Eine Milliarde Euro mehr für die Bundeswehr? Nicht schlecht! Würde man die Bundeswehr in Deutschland stationiert lassen, was ihrer eigentlichen Aufgabe entspräche, dann könnte man mit 1 Milliarde Euro viele Kasernen renovieren, und die Soldaten auch angemessen bezahlen.

Aber stattdessen müssen wir die Sicherheit Deutschlands ja am Hindukusch verteidigen, denn

Ein plötzlicher Rückzug [aus Afghanistan] würde laut Jung einen Rückschritt in der Terrorbekämpfung bedeuten und „auch unsere Sicherheit gefährden“.

Financial Times Deutschland,
21.05.2007

Die reale Entwicklung scheint aber genau das Gegenteil zu zeigen, daß nämlich eben genau die deutsche Präsenz in der Region den Terror nach Deutschland zu tragen scheint. Wieso verstehen das sogar viele Bürger, nur unsere Politiker nicht? Ich möchte hier besonders auf die Kommentare zu diesen beiden Pressemeldungen verweisen:

Klaus von Extra3 erklärt das Thema aber wie immer ausgezeichnet:

  • Extra3 – Bundeswehr im Ausland


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2 Kommentare »

  1. Das ist genau der Punkt: die Sicherheit in Deutschland wird durch den Einsatz gefährdet. Wenn wir uns zurückziehen bricht vielleicht in Afghanistan alles zusammen. Das könnte sein. Aber in Deutschland könnten wir dann wieder etwas ruhiger schlafen. Klingt egoistisch: aber das ist nunmal die Realität!!

  2. Tobi said

    Mit ansatzweise logischem Denken konnte man schon während der Reaktion auf den 11.September erahnen, dass militärisches Eingreifen in Irak, Afghanistan etc. eher den Terror nährt als zurückdrängt. Aber es ist einfacher Symptome zu bekämpfen als über Ursachen und evtl. eigene Schuld nachzudenken.Doch so läuft meistens Politik. mal sehen wo uns das noch hinführt….

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