Derzkiedni – Russischer Parkourfilm

Derzkiedni

Nach Parkour-Fanfilmen wie Banlieu 13 und Les vils du vent versucht sich nun auch der Mainstream mit Parkour etwas aufzupeppen, was man schön an einer längeren Verfolgungs-Szene des letzten James Bond sieht, welche den Traceur Sebastien Foucan in Aktion zeigt.

Der nächste richtige Parkourfilm wird aber aus Rußland kommen und Derzkiedni Derzkiedni kyr heissen, was übersetzt in etwa Audacious Days heißt. Es gibt davon bereits einen kleinen Teaser, und zumindest die Actionszenen sehen vielversprechend aus. Er wird vorraussichtlich am 22. März 2007 in Rußland starten – mal sehen ob er es bis zu uns schafft…

  • Derzkiedni (Дерзкие дни) Teaser (2007)


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via: [Twitchfilm]

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Kategorie VIDEOS anzeigen Kategorie PARKOUR anzeigen Kino

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6 Kommentare »

  1. Skywalker said

    Ob er es zu uns schafft ist meistens eine Frage der Zuschaueranstürme innerhalb des Landes selber; hat man auch an „Wächter der Nacht“ gesehen, der meiner Meinung nach zwar weder atemberaubend noch besonders kreativ war, aber trotzdem (in Russland) zum Kassenschlager wurde.

    Hoffentlich ist der Film so gut, wie er zu versprechen scheint. Würde mich doch sehr freuen, ihn zu sehen (auch wenn wahrscheinlich nur auf DVD).

  2. rollmops said

    Hm, was Rußland betrifft mag das evtl. zutreffen, da hab ich mangels Sprachkenntnisse einfach zu wenig Einblick. Aber der Wächter war imho auch nicht unbedingt ein Paradebeispiel für gutes Kino. Momentan gibt es aber mindestens drei sehr interessante Filme aus Rußland, aber immer wenn ich in so einem Russenladen danach frage, bekomme ich als Antwort ein Schulterzucken.

    Das mit dem Erfolg in anderen Ländern ist aber immer so eine Sache. Zum Beispiel lief gerade jetzt an Weihnachten in China Zhang Yimous neuer Film „The curse of the Golden Flower“ in den Kinos an, und brachte mit fast 100 Millionen Yuan das beste Boxoffice-Ergebnis aller Zeiten. Dazu muß man allerdings auch sehen, daß an diesem Wochenende in China der Start ausländischer Blockbuster untersagt war. Sowas ist dann mit ein Grund, warum sich zB Warner Bros. im September 06 aus China wieder zurückgezogen haben.

    Ein ganz anderer Trick wurde bei HERO angewendet, ebenfalls ein sehr ‚erfolgreicher‘ Film von Zhang Yimou. Der lief 2002 am Weihnachtswochenende, und er wurde mit tausenden von Kopien und einem gigantischen Werbeaufwand im ganzen Land durchgedrückt. Das war das erste Mal, daß das in China so gehandhabt wurde. Üblich war bis dahin, daß die Filme zuerst in den lukrativen Großstädten laufen, um dann nach und nach in die Provinzen zu tröpfeln. Mit der Methode hatten sie ruckzuck ein hervorragendes Boxoffice-Ergebnis für die ausländischen Investoren parat. Und so machte es nicht mehr so viel aus, daß sich sehr schnell herumsprach, wie lächerlich dieser Film ist. Ja, die Chinesen haben damals echt kopfschüttelnd die Kinos verlassen.

    Der nächste Film dieser Machart, House of the Flying Daggers, wurde dann gleich für den internationalen DVD-Markt avisiert. Denn es hat sich rumgesprochen, daß die Westler die chinesische Regierungssch****e gerne fressen, wohl weil’s gerade exotisch und angesagt ist. Ach ja, auch hier natürlich wieder Regie: Zhang Yimou (jaja, den Namen kann man sich merken, will man Zeitverschwendung vermeiden) und für die Produktion auch wieder die „Beijing New Picture Film Co.“ verantwortlich. Ich muß jetzt aber aufhören, sonst schreib ich mich noch in Rage ;)

  3. rollmops said

    Mist, jetzt komm ich doch nicht mehr runter, wenn ich mich schon am aufregen bin… :) Noch ein kleines Beispiel, wie selbst mit dem Label ‚Underground‘ Filmmarketing betrieben wird. Der chinesische ‚Regisseur‘ Lou Ye spielt hier die Hauptrolle, und er versucht gerade seinen aktuellen Film SUMMER PALACE im Westen zu vermarkten. Dazu läßt er sich als Referenzopfer für die chinesische Filmzensur feiern.

    Daß der Typ einfach ein Bürschchen aus reichem Haus ist, der schon immer gerne mit den Schmuddelkindern spielen wollte, haben die wenigsten Feuilletonisten bisher mitbekommen. Irgendwann Ende der Neunzigerjahre wollte er halt grosser Filmemacher werden, ganz subkulturell und illegal wie es sich gehört. Durch ein paar Connections war dann auch etwas deutsch-französisches Geld da, und mit Zhou Xun auch eine bezaubernde Hauptdarstellerin.

    Das Ergebnis nannte sich SUZHOU HE und ist einer der besten chinesischen Filme der letzten Jahre. Allerdings lag das wohl weniger am Regisseur, als an der Postproduktion, also am Schnitt. Ich hab damals sehr viel dazu recherchiert, weil der Film wirklich zu meinen Lieblingsfilmen zählt. Leider hab ich die Ergebnisse damals nicht gesichert, denn der Großteil ist wieder aus dem Netz verschwunden. In einem arte-Forum hatte eine Mitarbeiterin damals nämlich Tacheles geredet, und ein paar Andeutungen haben immerhin hier überlebt.

    Das muß damals so gelaufen sein, daß der Typ einfach absolut keinen Plan hatte, was er da eigentlich macht. Es wurde einfach wild drauflos gedreht. Am Schluß gab es kilometerweise Rohfilm und kein Konzept dazu. Der Produktion saßen aber die Investoren im Nacken, also mußte irgendwas zusammen geschustert werden, damit arte dann auch was zu senden hat.

    Beim nächsten Film dasselbe Spiel, aber schon mehr Geld und einen größeren Star: Zhang Ziyi. Das arte-Archiv schreibt dazu:

    Der Film wies auf der konzeptionellen Ebene zahlreiche Mängel auf, die offensichtlich erst im Rahmen der Postproduktion behoben wurden. Bei „Purple Butterfly“ ist dies offensichtlich nicht geschehen.

    Na ja, und jetzt versucht er halt verzweifelt Aufmerksamkeit über die Zensuropferschiene zu bekommen. Bin mal gespannt wie dann hier die deutsche Marketingmaschine versucht den Film zu vermarkten, denn der Film muß wieder grottenlangweilig sein und absolut nix mit dem groß propagierten Tiananmen-Massaker zu tun haben [*].

  4. Skywalker said

    So viel Information! Erstmal vielen Dank- klar, Zhang Yimou ist mir bekannt, von dem habe ich auch alle erwähnten Filme gesehen (gut, Hero war todlangweilig und House Of Flying Daggers viel zu langatmig, obwohl er nicht schlecht war m.M.n), nur wusste ich gar nicht, was da für ein Aufwand betrieben wurde.
    Ganz kurz zur Erläuterung: Mein Kommentar war hauptsächlich auf die Filmindustrie in Russland bezogen, ich habe eine kleine Leidenschaft was ausländische Filme angeht. Allerdings habe ich von Suzhous He noch nichts gehört und bin mal gespannt, ob ich den Film auftreiben kann…

    Dazu nur noch: lang lebe arte! Eine großartige Auswahl, die manchmal da gezeigt wird, besonders die Kurzfilme („der Snack zwischendurch“). Für den Hobbycineasten quasi immer wieder ein Leckerbissen.

    Vielen Dank nochmal für die ganzen Informationen.

  5. rollmops said

    Sorry, das war wirklich etwas viel, und vor allem ab vom Thema. Aber irgendwie mußte das wohl raus, und jetzt geht’s mir besser ;) Danke dir für’s lesen!

    SUZHOU HE heißt bei uns SUZHOU RIVER und jede bessere Videothek sollte die DVD eigentlich haben. Vielleicht findest du hier ja noch weitere Anregungen für sehenswerte Filme. Einfach Kategorie KINO klicken.

  6. 3lp4dr0ni said

    Nicht schlecht, das nenn ich mal überlegt und dann geschrieben ^^

    Auch wenn ich deine Meinung über Hero und VOR ALLEM House of Flyind Daggers nicht teilen kann, beide sind genial, letzterer imho großartig.

    Zurück zu diesem Film:

    Hoffe er kommt nicht, zieht das ganze doch nur ins lächerliche, denke das Budget war minimal, wer weiß ob die kleinen Kinder im Film nicht zwangsrekrutiert wurden…Teaser finde ich miserabel, schlechte Vertonung, Schnitt, usw.

    Grüße, el.

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