Deadwood

Deadwood

Ich muß gestehen, ich bin wieder mal süchtig. Süchtig nach der Serie Deadwood. Sie stammt wie einige der besten Serien auch von dem amerikanischen Pay-TV Sender HBO, welcher sich immer wieder Themen annimmt, die anderen zu heikel sind. Das besondere daran ist, daß es Deadwood wirklich gibt und die Serie das Leben dort zur Gründungszeit 1876 äußerst authentisch darstellt.

Deadwood liegt in Süd-Dakota, mitten in den malerischen Black Hills, und entstand im August 1875 aus einem Goldgräberzeltlager. Durch eine territorale Besonderheit war es länger als andere Gebiete faktisch gesetzloser Raum, und so konnte sich bis zu dem großen Brand 1879 – in den lediglich vier Jahren der Hochzeit des Goldrausches dort – ein sozialer Makrokosmos entwickeln, der für mich sehr schön zeigt, wie die Vereinigten Staaten von Amerika insgesamt entstanden sind.

Pinkerton - Lincoln
Allan Pinkerton & President Abraham Lincoln (1862)

Aus zahllosen Interessenkonflikten, bei denen jeder aber auch immer wieder Kompromisse eingehen muss. Der Rechtschaffene, der Profitgeier, der Geschäftsmann oder der schlicht überleben wollende Normalbürger, sie alle werden in der Serie von Schauspielern dargestellt, die das sichtlich gerne machen. Und zudem ihr reales Pendant in der Vergangenheit haben. Wie der legendäre Westernheld Wild Bill Hickok, die hemdsärmelige Calamity Jane oder der Marshal Seth Bullock – ihre Gräber liegen alle in Deadwood und ziehen immer noch Touristen in den Ort.


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Zweifelsohne der interessanteste Charakter ist jedoch Al Swearengen, seinerzeit Gründer und Betreiber des ersten und legendären Gem Salons in Deadwood. In der Serie hervorragend verkörpert von Ian McShane. Dietmar Wohlfart beschreibt ihn in seiner sehr lesenswerten Kritik zur Serie recht zutreffend:

„Der zu massiven Gewaltausbrüchen neigende Drahtzieher, dessen zügelloses Schandmaul die Umgebung permanent mit derben Unflätigkeiten eindeckt, ist ein charismatischer Schweinehund erster Güte.“

Quelle: evolver Filmkritik

Dass er aber nicht nur ein eindimensionaler Bösewicht ist, zeigt sehr schön diese kurze Szene aus der zweiten Season. Hier versucht er auf seine typisch direkte Art den Zeitungsverleger des Ortes Merrick aufzumuntern, nachdem dessen Druckerei komplett verwüstet wurde:


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„The world ends when you are dead. Until then, they got more punishment in store.“

Wie man hier hört, ist die Wortwahl recht deftig, aber dies kann man wohl der Authentizität zuschreiben. Der deutschen Übersetzung ist die Vermittlung dieser rauhen Töne hervorragend gelungen – aus den zahlreichen Cocksuckern wurden ganz einfach Arschlöcher – und die Sprecher sind allesamt sehr passend gewählt. Es gibt bereits zwei Seasons mit je 12 Folgen, die dritte Staffel soll angeblich im März erscheinen, und den Abschluss machen dann zwei zweistündige Filme. Ich jedenfalls kann’s kaum erwarten!

Weitere Informationen dazu:

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2 Kommentare »

  1. Jacky said

    Deadwood ist wirklich eine raue, authentische Serie, in der keine Umschweife gemacht werden und Kraftausdrücke, Meuchelmorde und unmoralisches Verhalten an der Tagesordnung sind. Aber trotzdem sind es vor allem die verkommenen Bösewichte, die am sympathischsten sind. Hoffentlich geht’s bald weiter. :-)

  2. rollmops said

    Was man so hört, hat offenbar die gerade aktuelle Serie ROME DEADWOOD den Garaus gemacht, denn sie ist die teuerste TV-Serie bislang. DEADWOOD als zweitteuerste musste da wohl zurückstecken. Immerhin wird jetzt nicht einfach nach der dritten Staffel aufgehört, sondern mit den zwei Filmen ein ordentliches Ende fabriziert. Wenn sie sich’s nicht nochmal anders überlegen…

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