Butoh Dance

Butoh Dance

Ich hatte vor einiger Zeit schon einmal darauf hingewiesen, aber das ist damals sicherlich im Alltagsrauschen untergegangen. Butoh [butoh jap.: ankoku butō = Tanz der Finsternis] ist ein ganz besonderer Ausdruckstanz, und da einer der Gründer dieser Tanzform gestern 100. Geburtstag feiern konnte, möchte ich zwei Videos dazu vorstellen.

Was Butohtanz genau ist, ist schwer zu sagen, denn es gibt keine festgelegte Choreografie. Butoh kann man am besten durch zusehen begreifen lernen, denn dann kristallisieren sich ähnliche Muster heraus. Gemein sind den Tänzern jedoch immer sehr verhalten wirkende Bewegungen – sie wirken wie von nicht sterben wollenden Lebewesen.

Entwickelt wurde der Tanz nach dem Zweiten Weltkrieg von den beiden japanischen Tänzern Tatsumi Hijikata und Kazuo Ohno. Hijikata starb 1986 mit 57 Jahren, ohne Japan je verlassen zu haben. Ganz anders Ohno San. Er sorgte durch zahlreiche Tourneen für eine weltweite Verbreitung des Tanzes, und es gibt eine Aufnahme von ihm, welche ihn im Alter von 94 Jahren Butoh tanzend zeigt.

Das Netz ist voll von allen möglichen, teils äußerst abstrusen Butoh-Interpretationen, aber mein bisheriger Favorit ist der Tanz Rising Waters mit Briana Chittenden und Musik von Xaxis Wye.

Rising Waters
Tanz:
Briana Chittenden, Musik&Video: Xaxis Wye


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  • Kazuo Ohno am 28. 1o. 2ooo
    (im Alter von 94 Jahren)


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Update: Leider wurde das Video von Kazuo Ohno wieder von YouTube entfernt. Ich hab stattdessen dieses aus den 80er-Jahren von ihm gefunden, wo er immerhin auch schon 90 Jahre alt war:

  • Kazuo Ono – The Dead Sea


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2 Kommentare »

  1. joppi said

    Vor so ca. 3 Jahren habe ich im Rahmen eines jap. Theaterfestivals ( ich glaube „Raw Art from Tokyo“ ) das erste Mal Butoh gesehen. Dargeboten von einem schwedischen Künstler. Ich muß sagen, dass es – vorsichtig ausgedrückt – sehr irritierend war. Den morbiden Character scheint der Butoh-Tanz schon alleine aus den ausgemerkelten Körper der Akteure zu ziehen. Der jungen Dame im oberen Bereich möchte ich nicht alleine im Dunklen begegnen..
    Dennoch hat man gesehen, welche unglaubliche Körperbeherrschung hinter den teilweise abstrusen Haltungen und Bewegungen im Mikrobereich stand. Und das kann ich respektieren aber schön find ich es nicht.

  2. rollmops said

    „Irritierend“ ist eine sehr passende Beschreibung, vor allem für’s erste Mal. Ging mir genauso damit, und ich könnte mir das auch nicht jeden Tag geben. Aber ich find’s faszinierend und wohltuend anders.

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