Merkels China-Profilierung
Seit der Besetzung Tibets durch die Volksrepublik China 1951 bestimmt der Umgang eines Landes damit auch immer die Gesprächsbereitschaft Chinas. Es ist international ein äusserst heikles und sensibles Thema, für das es keine simple Lösung gibt.
Als Angela Merkel neulich das religiöse Oberhaupt der Tibeter, den Dalai Lama, im Kanzleramt empfing, wurde sie von vielen für diese Courage gelobt. Schliesslich sei das ein deutliches Zeichen an die chinesische Führung gewesen, der Einhaltung der Menschenrechte endlich mehr Bedeutung zukommen zu lassen. So zumindest der allgemeine Pressekonsens quer durch die Republik, und vor kurzem durfte Henrik Bork in der Süddeutschen Zeitung noch schwärmerisch ausführen:
Spätestens dann, wenn Chinas Wirtschaftsmotor ins Stottern kommt, werden alle Merkels Weitblick loben.
Süddeutsche Zeitung,
19.11.2007
China aber reagierte prompt, und sagt seit September ein diplomatisches Treffen nach dem anderen ab. Ein voller Erfolg also? China steht nun als beleidigte Grossmacht da, auf das die Welt herabsieht - die kleine Angie stellt sich tapfer dem roten Riesen entgegen?
Dass sich hinter den Kulissen dieses politischen Welttheaters ganz andere Dinge abspielen, das zeigt eine sehr interessante Artikelserie in der Frankfurter Rundschau vom Montag dieser Woche. Denn offenbar hat Frau Merkels populistische Holzhammerpolitik den sehr fragilen Menschenrechtsdialogen mit China eher geschadet als genutzt.

Spätestens dann, wenn Chinas Wirtschaftsmotor ins Stottern kommt, werden alle Merkels Weitblick loben.









































